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Spargel: Saison verzögert

von , am
18.05.2015

Hannover - Derzeit liegen die Preise für Spargel noch auf höherem Niveau. Witterungsbedingt hängt die Spargelsaison aber auch um etwa zwei Wochen zurück.

Niedersachsen hat fast ein Viertel der bundesweit gut 25.000 Hektar Spargelanbaufläche. © Mühlhausen/landpixel
Dietrich Paul, Chef der Spargelbauervereinigung in Niedersachsen, ist bisher "an sich zufrieden" mit der Saison. Das Land zwischen Harz und Küste ist mit fast einem Viertel der bundesweit gut 25.000 Hektar Spargelanbaufläche Spitzenreiter für das "weiße Gold". Bezogen auf die Anbauareale ist es das bedeutendste Gemüse Deutschlands - mit einem Anteil von 22 Prozent an der gesamten Freilandfläche. Dietrich Paul verweist zwar auf den kalten April, der die Saison nach dem Rekordstart aus dem Vorjahr diesmal verzögert anlaufen ließ. "Aber der Mai scheint einiges in Gang zu bringen", sagt Paul. Ob trotz des späteren Starts die Menge des Vorjahres aufzuholen ist, sei erst am 24. Juni klar (Johannistag). Dann endet die Saison traditionell.  
 
Die Ernte des Edelgemüses stieg hierzulande 2014 im Vorjahresvergleich um satte 11 Prozent, wie das Statistische Bundesamt errechnete. Die Anbaufläche legte um 5 Prozent zu. Auch dieses Jahr gibt es wieder viele positive Vorzeichen - trotz kühlen Wetters.

Preise im Zehnjahresvergleich besonders hoch

Aus Verbrauchersicht ist das Spargelvergnügen dieses Jahr bisher eher teuer. "Wir haben derzeit durchaus noch ein hohes Preisniveau", sagt Michael Koch von der Bonner Agrarmarkt Informations-Gesellschaft Ami. Eine aussagekräftige Bilanz sei zwar erst sinnvoll zum Ende der Saison, ein Trend deute sich aber schon an. So habe ein Kilo weißer Spargel in der zurückliegenden Woche im Schnitt bundesweit 6,74 Euro gekostet. Gegenüber der Vorwoche waren das 70 Cent weniger, jedoch im direkten Vergleich mit derselben Woche des Vorjahres rund 23 Prozent Aufschlag. "Wir hängen aber diese Saison witterungsbedingt etwa zwei Wochen zurück", gibt Marktexperte Koch zu bedenken. Berücksichtigt man diese Verschiebung im Vergleich mit 2014, ergibt sich nur noch ein Preisaufschlag von wenigen Cent oder umgerechnet vier Prozent. Dennoch liegen diese Preise im Zehnjahresvergleich am obersten Ende.

Mindestlohn erhöht Personalkosten

Sorgen bereitet den Spargelbauern der Mindestlohn. Die Landwirtschaft muss von diesem Jahr an die branchenspezifische Untergrenze von 7,40 Euro pro Stunde (Ost: 7,20 Euro) bezahlen. "Wenn bei der Ernte der Akkord gegeben ist, spielt das keine Rolle", sagt Verbandschef Paul. Doch die Bürokratie der Aufzeichnungspflichten sei enorm und binde Ressourcen. Hinzu komme der Mindestlohn für weitere Aufgaben rund ums Spargelgeschäft, etwa Verkauf oder Logistik. "Gut 50 Prozent machen die Personalkosten schon heute aus", berichtet er. Wenigstens lägen die übrigen Treiber bei den Kosten, etwa Dünger und Sprit, auf einem konstantem Niveau.
 
 
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