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Tierschutzverstoß

Nach Strafanzeige Schlachthof in Stade vorerst gesperrt

Kälberschlachtkörper in einem Schlachthof
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
05.04.2019

Offenbar wurde schon wieder in einem niedersächsischen Schlachthof, dieses Mal in Stade, gegen den Tierschutz verstoßen. Auch Landwirtschaftsbetriebe stehen im Fokus.

Mit Kameras Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt

Die Tierschutzorganisation „Soko Tierschutz“ hat offenbar erneut Verstöße gegen den Tierschutz in Niedersachsen aufgedeckt. Nach Angabe des Landwirtschaftsministeriums (ML) in Hannover informierte der Verein die Behörde über Vorfälle in landwirtschaftlichen Betrieben und in einem Schlachthof im Landkreis Stade.

Mit versteckten Kameras seien dort Tiere gefilmt worden, die aufgrund von Erkrankungen nicht transportfähig waren, hieß es dazu am Mittwoch aus dem Ministerium. Die Tiere sollen auf den landwirtschaftlichen Betrieben und am Schlachthof unter anderem mit der Seilwinde des Transportfahrzeuges bzw. des Schlachtbetriebes gezogen worden sein. In mehreren Fällen sollen die Tiere erheblichen Schmerzen ausgesetzt worden sein. Aussagekräftige Beweismittel werden dem Ministerium in Kürze vorgelegt, so das ML.

Schlachthof gesperrt

Die Behörde stellte nach eigenen Angaben umgehend Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stade. Der Landkreis Stade ordnete zudem an, dass in dem Schlachtbetrieb bis auf weiteres nicht mehr geschlachtet werden darf. Weitere Maßnahmen, wie der Entzug der Zulassung, würden geprüft.

„Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre das Verhalten des zuständigen Personals nicht zu akzeptieren und müsste Konsequenzen haben“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Auch das Verhalten der Landwirte, die offenbar leidende Tiere noch vermarkten wollten, sei für sie unerklärlich.

Verpflichtende Kameraüberwachung sinnvoll

Die Ministerin nutzte den Anlass, um die Bundesratsinitiative Niedersachsens zur verpflichtenden Kameraüberwachung in Schlachtbetrieben als den genau richtigen Weg zu bewerten. „Wir müssen alle Register ziehen, um den Tierschutz so weit wie möglich zu gewährleisten.“ Nun sei der Bund gefordert und müsse einen Gesetzesvorschlag auf den Tisch legen, erklärte Otte-Kinast.

In den vergangenen Monaten gab es bereits drei Fälle von Vorwürfen gegen Schlachtbetriebe – in Bad Iburg, in Oldenburg und in der Region Hannover. Bei allen Fällen ging es um Tierschutzverstöße beim Zutrieb und bei der Betäubung bei Rindern.

Mit Material von Niedersächsisches Ministerium für Landwirtschaft
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