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Studie zur Risikowahrnehmung von Antibiotikaresistenzen

von , am
30.01.2015

Eine Studie des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) zeigte, dass deutsche Verbraucher mehrheitlich die Tierhaltung als Ursache für Antibiotikaresistenzen sehen. Hier mehr dazu.

Die Bevölkerung erwartet Bakterien im öffentlichen Raum, in Krankenhäusern sowie in Tierställen, aber nicht im eignenen Haushalt. © krick/agrar-press
In der öffentlichen Diskussion werden überwiegend die Tierhaltung und der dort vrmeintlich beobachtete vermehrte Einsatz von Tierarzneimitteln als Ursachen für die Zunahme von Antibiotikaresistenzen angesehen. Entspricht dieses mediale Bild auch der Meinung der Bevölkerung? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer repräsentativen Untersuchung gefragt, was die Menschen in Deutschland tatsächlich über das Vorkommen krank machender Bakterienstämme und über Antibiotikaresistenzen wissen.

Laut dieser Umfrage sind Antibiotikaresistenzen bei der großen Mehrheit der Verbraucher in Deutschland bekannt und die Problematik im Vergleich mit anderen Verbraucherthemen an vorderster Stelle steht. Als Ursache für die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen wird von der Mehrheit der Befragten (53 %) der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung genannt. Wird die Ursache für Antibiotikaresistenzen im Antibiotikaeinsatz beim Menschen gesehen, so wird am häufigsten die fehlerhafte Verschreibung vom Arzt (43 %) angeführt, ein Drittel vermutet eine fehlerhafte Anwendung der Medikamente durch die Patienten.

Nur knapp ein Fünftel vermuten Krankheitserreger im eigenen Haushalt

Obwohl die Problematik in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt ist, hält es nur eine Minderheit von knapp 20 % für wahrscheinlich, im eigenen Haushalt mit Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Ein Großteil der Befragten erwartet somit auch keine resistenten Bakterien im eigenen Haushalt. Deutlich wahrscheinlicher ist es aus Sicht der Befragten, in der Öffentlichkeit (z. B. öffentlicher Personenverkehr) mit Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. 90 % der Befragten und damit die überwiegende Mehrheit sagen, dass sie wissen, wie man sich im eigenen Haushalt vor krankheitserregenden Bakterien schützen kann. Genannt werden hier vor allem häufiges Händewaschen, das Achten auf Hygiene, die Verwendung von Desinfektionsmitteln und gründliches Reinigen (31 %).

 

Weitere Umfragen folgen

Diese ersten Ergebnisse werden im Frühjahr 2015 durch weitere Ergebnisse aus einer umfassenden Untersuchung über die Wahrnehmung und Einstellung von Verbrauchern und weiterer relevanter Gruppen wie Veterinär- und Humanmediziner ergänzt. Um die wichtige Frage zu klären, inwieweit die Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit medial geprägt und beeinflusst ist, wird diese Untersuchung von einer Analyse flankiert, die sich der medialen Darstellung der Thematik Antibiotikaresistenzen im Zeitraum 2008 - 2013 widmet. 
 
 
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