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Stürme vermiesten Muschelertrag

von , am
30.07.2015

Hooksiel - 2014 sei ein schwieriges Jahr gewesen, erklärten die niedersächsischen Muschelfischerbetriebe beim traditionellen Muschelfest in Hooksiel (Landkreis Friesland).

Fünf Kutter fangen in der Ems- und Jademündung Miesmuscheln. © Antje Wilken
Zum Saisonbeginn der Ernte wurde Pressevertretern die aufwändige Fangmethode auf offener See gezeigt. Für Diskussionen sorgte die Zertifizierung durch das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei. Die „Bauern des Meeres“, wie die Muschelfischer auch genannt werden, sind wie die Bauern an Land stark vom Wetter abhängig. „2014 war ein frustrierendes Jahr“, sagte Manuela Gubernator, Geschäftsführerin der Niedersächsischen Muschelfischer, beim Muschelfest am Hafen in Hooksiel (Kreis Friesland).


Eingeladen hatten die Muschelfischer gemeinsam mit dem Verband der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei im Landesfischereiverband Weser-Ems sowie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Es konnten nur wenig Muscheln verkauft werden, da die Jungmuscheln, die 2013 gefischt und auf den Kulturen aufgebracht wurden, im Herbst weitestgehend den Stürmen Xaver und Christian zum Opfer fielen“, erklärte Gubernator. „Im Frühjahr dieses Jahres gab es schon wieder Schäden durch Stürme.“ Mit Anlandungen von 1.700 Tonnen wie im vergangenen Jahr reiche die Ernte langfristig nicht für vier Betriebe. Auch Bautätigkeiten und Baggerarbeiten im Zusammenhang mit Schifffahrtswegen und dem Jade-Weser-Port bereiten den Fischern Sorgen.

Miesmuscheln aus Ems- und Jademündung

Eine Prognose für den Verlauf dieser Saison könne noch nicht gegeben werden. Auch wie viel die Verbraucher für die Miesmuscheln zahlen müssen, stehe noch nicht fest.
Die vier niedersächsischen Muschelfischereibetriebe der GbR fangen mit fünf Kuttern und insgesamt 18 Beschäftigten von Hooksiel, Norddeich und Greetsiel aus überwiegend in der Ems- und Jademündung Miesmuscheln. Die Miesmuschelfischerei stellt eine Kombination aus Wildmuschelfischerei und Kulturarbeit mit Saatmuscheln dar. Die Kulturflächen nehmen dabei eine Fläche von 1.300 Hektar ein - weniger als ein Prozent der Fläche des Wattenmeers. 

Ökologisch verträglich

Dass im Nationalpark Wattenmeer ökologisch verträglich Muscheln gefischt werden, bestätigt das MSC-Siegel, das 2013 verliehen wurde und für fünf Jahre gilt. Es steht für das ökologische Zertifizierungs- und Kennzeichnungsprogramm für nachhaltige Fischerei. "Anfang des Jahres fand eine erste Überprüfung durch die Zertifizierer von MSC statt, welche sehr erfreulich ausfiel", so Manuela Gubernator. "Es wurde bestätigt, dass wir nachhaltig arbeiten, es gibt keine schädlichen Auswirkungen auf die Bestände, und wir verfügen über ein effektives Managementsystem. Die Muschelfischer sind auf einem guten Weg." Für das Zertifikat wurden verschiedene Forschungsstudien angefertigt. Weitere Auflagen sind in Zukunft zu erfüllen, im Sinne einer kontinuierlichen Entwicklung der Fischerei zu mehr Nachhaltigkeit, darunter Untersuchungen, die helfen sollen, das Ökosystem im Wattenmeer noch besser zu verstehen.
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