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Aus den Regionen

Superabgabe am Markt einsetzen

von , am
29.06.2015

Hünzingen - Niedersachsens Milcherzeuger in Sorge: Die Erlöse für ihre Produkte sind alles andere als befriedigend. Im Heidekreis diskutierten jetzt gut 100 Milchviehhalter mit Vertretern von drei niedersächsischen Molkereien.

In dem Wunsch nach einem nachhaltig guten Preis sind sich Molkereien und Landwirte einig. © Mühlhausen/landpixel
Landvolkvizepräsident Heinz Korte leitete die Diskussion: "Viele Milchviehhalter sind in einer äußerst bedrohlichen Situation." Milcherzeuger und Molkereien verstehen sich nach Einschätzung des Landvolkes als Partner im Markt. Unterstützung erwarten beide durch die EU-Politik, beispielsweise sollte der Interventionspreis überprüft und leicht nach oben angepasst werden. Auf dem Weg zu einem nachhaltig guten Milchpreis können Molkereien ihre Vermarktung weiter optimieren und wollen dazu alle Marktchancen nutzen. Dazu sind neue Produkte und Konzepte ebenso gefragt wie neue Kunden im Exportgeschäft. In asiatischen oder afrikanischen Ländern könnte die Politik als Türöffner den Weg durchaus bereiten.

Kein Zurück zur Qoute

Ein Zurück zur Mengensteuerung wurde von Niemandem als Königsweg gesehen, das war der große gemeinsame Nenner des Gedankenaustausches. Deren Nachwirkungen belasten die Milcherzeuger noch mit dem Abtrag von Quotenkosten und einer hohen Superabgabe für das letzte Jahr. Dieser Betrag sollte daher nach Meinung des Verbandes in der 2. Säule den Milcherzeugern zugutekommen. 31 Jahre Mengensteuerung haben weder die Einkommen stabilisieren, noch die Abwanderung verhindern können. Zudem belasten der Abtrag für Quotenkosten und die anstehende Superabgabe  auch nach dem Ausstieg aus der Quote weiter die Bilanzen der Bauern, ein Zurück zu einem Mengenregime scheidet daher als Option aus. Das Landvolk als politische Interessenvertretung sieht jedoch seine Aufgabe weniger in der Begleitung der Märkte, sondern mehr in der politischen Interessenvertretung. Aktuell zählen dazu beispielsweise die Novellierung der Düngeverordnung und die Umsetzung der Initiative Tierwohl.
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