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Kommentar

Tag des offenen Hofes: Riesenchance prima genutzt

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
15.06.2016

Der Tag des offenen Hofes war Höhepunkt und Lichtblick zugleich. Gäbe es ihn nicht, müsste er erfunden werden.

Eigentlich unvorstellbar - außer, es ist Tag des offenen Hofes in Niedersachsen: Stell Dir vor, ein Radiosender berichtet eine Woche lang aus Landwirtschaftsbetrieben im ganzen Land, um damit Verbraucherfamilien auf diese Höfe zu locken.

Und am Sonntag schickt dieser Sender, den täglich 1,8 Millionen Hörer einschalten, sage und schreibe 20 Reporterinnen und Reporter los, um ganztägig über diese Hofbesuche zu berichten. Mit der Partnerschaft mit NDR 1 haben Landvolk, Landfrauen und Landjugend tatsächlich einen Trumpf in der Hand, um den man sie bundesweit beneidet.

Öffentlichkeitsarbeit ist Marktarbeit

Gäbe es den Tag des offenen Hofes nicht, müsste er erfunden werden. So wertvoll ist er heute für die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaft. Deshalb wäre es zu wünschen gewesen, dass sich noch ein paar Betriebe mehr, ob einzeln oder noch besser in Zweckgemeinschaft, an der Aktion beteiligt hätten.

Nicht trotz, sondern gerade wegen der schwierigen Gesamtsituation. Denn Öffentlichkeitsarbeit ist Marktarbeit, und die gehört zu einem unternehmerischen Betriebskonzept unbedingt dazu.

Landwirtschaft offen und transparent

Den 72 beteiligten Betriebsleiterfamilien ist, gemeinsam mit allen ihren Unterstützern, ein Riesenkompliment für diesen gelungenen Tag zu machen. Sie haben unter Beweis gestellt, dass Landwirtschaft offen und transparent ist und nichts zu verbergen hat.

Sie haben gezeigt, dass man im Zusammenspiel mit einer intakten Dorfgemeinschaft im ländlichen Raum die sprichwörtlichen Berge versetzen kann. Dass Feuerwehren, Sportvereine und Jägerschaften zum Erfolg dieses wichtigen Ereignisses beitrugen, spricht Bände.

Professionell durch Kreisverbände unterstützt

Auf den Dialog mit wissbegierigen, auch kritisch fragenden Gästen hatte man sich offenbar überall noch besser vorbereitet als sonst.

Informationstafeln, Wegweiser und Handzettel sorgten dafür, dass auch jene Besucher erreicht wurden, die nicht das direkte Gespräch suchten oder angesichts des Andrangs einfach nicht zum Zuge kamen.

Hier war die professionelle Unterstützung durch die Kreisverbände, besonders natürlich durch deren hauptamtliche Öffentlichkeitsarbeiter(innen), deutlich spürbar.

Positive Stimmung konservieren

Es lohnte sich also, diesen Bereich in den vergangenen Jahren intensiver zu beackern und auch personell besser auszustatten.

Seit Montag ist wieder der Alltag eingekehrt. Die positive Stimmung, die am Sonntag auf den Höfen herrschte, möchte man am liebsten lange konservieren.

Das wird aber schwer. Doch diese am Wochenende gewonnene Erkenntnis kann zwischendurch immer wieder für Lichtblicke sorgen: Ja, wir können Öffentlichkeitsarbeit!

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