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Aus den Regionen

Tarmstedt feiert die 65.

von , am
13.07.2013

Tarmstedt - Landtechnik zum Anfassen, Tierschauen, Fachforen und Familienfest: Die Tarmstedter Ausstellung lohnt sich auch in diesem Jahr wieder. Zur Eröffnungsfeier kam Ilse Aigner.

Mehr als 800 Gäste waren am Freitagvormittag zur offiziellen Eröffnungsfeier in das große Tarmstedter Festzelt gekommen. Ausstellungsleiter Dirk Gieschen bedankte sich bei allen Mitarbeitern der viertägigen Veranstaltung für ihren unermüdlichen Einsatz: "Unsere jüngsten Mitarbeiter sind 16 Jahre alt, der älteste weit über 80 Jahre. So verbinden wir in Tarmstedt Generationen." Die 65. Tarmstedter Ausstellung finde in bewegten Zeiten für die Landwirtschaft statt. Die größte Herausforderung sei, gegenseitig Akzeptanz zwischen Landwirten und Verbrauchern zu schaffen.
 
Lobende Worte von Ilse Aigner
 
Hochrangiger Besuch unterstrich die Bedeutung der größten landwirtschaftlichen Regionalausstellung in Norddeutschland: Mit Ilse Aigner hielt erstmals eine Bundesministerin die Festrede. Die Ministerin hatte lobende Worte parat. Sie attestierte der Messe, dass sie zu Recht einen großen Zuspruch erfahre - in einer Gegend, in der die Landwirtschaft noch einen hohen Stellenwert habe.
 
Eine Ausstellung wie in Tarmstedt sei laut Aigner wichtig, um zu zeigen, wie moderne, nachhaltige Landwirtschaft heute funktioniert - denn diese sei nicht so wie in den historisierenden Bildern der Werbung, bei denen die Bauern ausschließlich mit der Milchkanne über den Hof laufen würden. Den Landwirten rief die Ministerin zu: "Gehen sie mit Mut und Zuversicht in die Zukunft, sie haben einen tollen Beruf, reden sie gut und positiv darüber. Begeistern sie so die junge Generation für die Landwirtschaft."
 
Landwirte als Rückgrat des ländlichen Raumes
 
Sie sprach auch zur aktuellen agrarpolitischen Lage, den Herausforderungen und den Perspektiven der Landwirtschaft. "Die Planungssicherheit für unsere landwirtschaftlichen Betriebe steht für uns an erster Stelle", sagte Aigner zu den aktuellen Verhandlungen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Ohne Landwirtschaft kämen die ländlichen Räume, für die die Landwirte Stütze und Rückgrat seien, in große Schwierigkeiten. Die Ministerin verwies auf ihre Leistungsbilanz. Man habe viel erreicht, denn die ersten Vorschläge zur EU-Agrarreform seien zunächst alles andere als positiv gewesen: "Eine dreißigprozentige Kürzung der Agrarförderung hat im Raum gestanden, zudem die Umverteilung von Agrarhilfen in die osteuropäischen Länder, die Deutschland nochmal 15 Prozent gekostet hätte."
 
Verhandlungsergebnis sei laut Aigner, dass man zwar etwas abgeben müsse - aber bei weitem nicht so viel, wie ursprünglich im Raum gestanden habe. Jetzt müsse das Europäische Parlament noch dem ausgehandelten Ergebnis zustimmen, damit die Landwirte endlich Planungssicherheit hätten.
 
Planungssicherheit erwünscht
 
Auch bei der Ökologisierung der Landwirtschaft - ursprünglich sollten sieben Prozent aller Landwirtschaftsflächen stillgelegt werden - habe man im Sinne der Landwirte viel erreicht. Aigner dankte zudem den Landwirten, die den bisherigen Umstellungsprozess bei der Anpassung der Agrarförderung mitgetragen hätten. Sie habe Vorschläge an die Landwirtschaftsminister der Länder gemacht, damit die Agrarreform jetzt auch schnell umgesetzt werden könne und die Landwirte Planungssicherheit bekämen.
 
Lob an die Ministerin für das Verhandlungsgeschick in Brüssel gab es von Landvolk-Vizepräsident Heinz Korte und Landvolkvorsitzenden Rudolf Heins. Hermann Luttmann, Landrat und Schirmherr der Tarmstedter Ausstellung bestätigte den aktuell herrschenden Optimismus der Landwirte: "Kein anderer Wirtschaftszweig im Landkreis Rotenburg/Wümme hat in den letzten Jahren mehr investiert."
 
100.000 Besucher erwartet
 
Die Tarmstedter Ausstellung hat ihre Tore bis kommenden Montag jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. An vier Messetagen präsentieren 700 Aussteller auf dem 180.000 Quadratmeter großen Gelände alles um Landwirtschaft, Tierzucht und Erneuerbare Energien. Ergänzende Angebote für Haus, Garten und Freizeit sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Fachvorträgen und Showeinlagen auf dem Tierzuchtgelände machen die Tarmstedter Ausstellung zu einem Ereignis für die ganze Familie. Die Ausstellungsleitung erwartet rund 100.000 Besucher.

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