Login
Hannover

Tierschutz: Mehr Unterstützung im Umgang mit kranken Tieren

Ministerium, Landvolk und ISN
Thumbnail
Ralf Stephan, LAND & Forst
am
03.01.2018

Verstöße gegen den Tierschutz belegt eine aktuelle Studie der Tierärztlichen Hochschule. Landvolk, ISN und Agrarministerium berieten, wie dem vorzubeugen ist.

Eine Forschergruppe um Professorin Elisabeth große Beilage untersuchte Anfang 2016 in vier Tierkörperbeseitigungsanlagen in verschiedenen Regionen Deutschlands angelieferte Schweine und stellte fest: Mehr als zehn Prozent der angelieferten Kadaver wiesen Veränderungen auf, die auf Verstöße gegen den Tierschutz schließen lassen.

Verstöße nicht hinnehmbar

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sprach darüber am Mittwoch (3. Januar) mit Vertretern des Landvolks Niedersachsen und der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). „Wir sind uns vollkommen einig darin, dass die in der Studie festgestellten Verstöße nicht hinzunehmen sind“, sagte die Ministerin.  Erste Maßnahmen seien eingeleitet, auch die Gremien des Tierschutzplans Niedersachsen befassen sich bereits mit dem Thema.

Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke machte klar: „Solche Bilder sind verstörend und nicht tolerierbar.“ Das Landvolk Niedersachsen verurteile „jegliche Unterlassung der Sorgfaltspflicht durch den Tierhalter“. Schulte to Brinke wies noch einmal auf die Landvolk-Handlungsempfehlungen zum tierschutzgerechten Umgang mit kranken und verletzten Tieren hin.

ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack betonte, mit kranken und verletzten Einzeltieren im Bestand müsse „angemessen“ umgegangen werden. „Dazu gehören die unverzügliche Behandlung und notfalls auch die separate Unterbringung“, so Staack. Wenn eine Therapie nicht mehr möglich sei, „muss schnellstmöglich die tierschutzgerechte Tötung des Tieres veranlasst werden“.

Tierhalter unterstützen

Ministerin Otte-Kinast will für mehr Tierschutz in Schweinehaltungen nicht nur die Tierhalter, sondern auch die betreuenden Tierärzte mit ins Boot holen. Dazu soll es zusätzliche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für einen angemessenen und rechtskonformen Umgang mit kranken und verletzten Tieren geben.

Gemeinsam schlagen Ministerium, Landvolk und ISN vor, dass Tierhalter und Tierärzte bei Nottötungen von Tieren durch wissenschaftlich abgesicherte und umsetzbare Handlungsempfehlungen unterstützt werden. „Entscheidend wird sein, neue und bestehende Verfahren zur Nottötung durch Untersuchungen weiter zu entwickeln und auch praktikabler zu gestalten.“ Denkbar sei, einen Katalog mit krankheitsspezifischen Kriterien zu erarbeiten.

Mit Material von Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Auch interessant