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Tierwohlprämie: 249 Anträge gingen ein

von , am
14.08.2015

Hannover - Für den Verzicht auf kupierte Schwänze und abgeschnittene Schnäbel haben sich bisher 249 Tierhalter entschlossen. Die Maßnahmen werden mit Tierwohlprämien des Landes gefördert.

Für Schweine mit intaktem Ringelschwanz und besseren Haltungsbedingungen wird eine Prämie von 16,50 Euro gezahlt. © Mühlhausen/landpixel
Nach aktuellem Stand gibt es bisher insgesamt 249 Anträge von konventionellen und ökologischen Betrieben mit Legehennen- bzw. Schweinehaltung, die künftig auf das Abschneiden von Schweineschwänzen oder Legehennenschnäbeln verzichten wollen. Ursprünglich hatte das Ministerium in einer Pressemitteilung eine Summe von 350 Anträgen genannt. Diese Zahl hatte die LAND & Forst gestern online veröffentlicht. Später wurde die Summe vom Ministerium mit Hinweis auf "einen kleinen Rechenfehler" korrigiert.
 
Hinter den 249 Anträgen verbirgt sich eine beachtliche Tierzahl: Rund 600.000 Legehennen und weit mehr als 115.000 Mastschweine profitieren von der Förderung. "Die Antragszahlen stellen einen guten Mix aus kleinen und mittleren Betrieben sowie verschiedenen Haltungsformen dar", erklärte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer. "Das eingeplante Fördergeld reicht, um alle Anträge, die die Voraussetzungen erfüllen, wahrscheinlich zu bewilligen. Antragsteller, die die Vorgaben einhalten, bekommen demnach also eine Zusage. Ein Ranking von Betrieben ist dieses Jahr damit nicht notwendig."

Vorerst für ein Jahr

Für Schweine mit intaktem Ringelschwanz und besseren Haltungsbedingungen wird eine Prämie von 16,50 Euro gezahlt. Halter von Legehennen mit unversehrtem Schnabel und mehr Platz werden mit 1,70 Euro pro Tier honoriert. Für mehr Tierschutz in der Schweinehaltung liegen Anträge auf Förderung im Volumen von mehr als 1,9 Millionen Euro vor, für mehr Tierschutz in der Legehennenhaltung könnten fast 950.000 Euro ausgegeben werden. Die Maßnahme läuft vorerst für ein Jahr.
 
Die Landwirtschaftskammer wird nun die Anträge prüfen und zeitnah bewilligen. Im zweiten Halbjahr 2015 erfolgen die Pflichtberatungen für teilnehmende Schweinemäster und Ferkelerzeuger. Spätestens ab Dezember dieses Jahres stehen die ersten durch die Tierwohlprämien des Landes geförderten Mastschweine und Legehennen in den Ställen.

Auch Schulung und Beratung

Für 2016 würde die Maßnahme mit langsam steigendem Gesamtetat dann erneut angeboten werden, um Schritt für Schritt mehr Tierwohl im Stall zu fördern. Die Förderungen können zusätzlich zur privatwirtschaftlichen Initiative Tierwohl des Handels erfolgen. Voraussetzung für die Förderung sind nicht nur jederzeit intakte Ringelschwänze und mehr Platz für Legehennen, sondern auch die Teilnahme an umfangreichen Beratungen und Schulungen.
 
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