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Aus den Regionen

Trockenheit in Niedersachsen: Regner immer häufiger im Einsatz

Beregnung-Ackerbau
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Werner Raupert, LAND & Forst
am
28.05.2018

Die Landwirte hoffen auf Regen: Seit April ist in Niedersachsen ein Niederschlagdefizit von bis zu 140 mm zu verzeichnen. So sieht es in den Regionen aus.

Die für das Pfingstwochenende erhofften Niederschläge blieben bis auf punktuelle Ausnahmen leider aus. Auch für die nächsten Tage ist keine Besserung in Sicht. Derzeit ist in Niedersachsen seit Anfang April ein Niederschlagdefizit von bis zu 140 mm zu verzeichnen. Am stärksten betroffen sind die nordöstlichen Regionen.

Konkret bedeutet das: Insbesondere auf den leichten Standorten Nordhannovers hat sich die Trockenstresssituation bei den Mähdruschfrüchten weiter verschärft. Wo nicht beregnet werden kann, ist mit starken Ertragseinbußen zu rechnen.

Als Reaktion auf die Trockenheit reduzieren die Pflanzen die Anzahl der Seitentriebe und Blätter. Auch Bestände, die noch keinen Trockenstress zeigen, schränken den Gasaustausch ein. So wird die Assimilation, also die Bildung von Pflanzenmasse, reduziert. Deshalb ist auch hier mit einem geringeren Ertrag zu rechnen.

Vielfach zum zweiten Mal beregnet

Auf den Beregnungsstandorten wurde letzte Woche vielfach bereits zum zweiten Mal beregnet. Diese Woche wird aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung und dem permanenten Ostwind die nächste Beregnungsgabe durchgeführt.

Auch Hackfrüchte, insbesondere Kartoffeln und weit entwickelte Zuckerrüben, benötigen jetzt die ersten Beregnungsgaben. Daher werden in den Regionen, in denen viele Hackfrüchte angebaut werden, die Beregnungen zunehmend auf die Kartoffeln und Rüben verlagert.

Auch die Braugerste wird weiter beregnet. Wintergetreide wird aber möglicherweise geringere Erträge bringen. Es wurde bis jetzt beregnet, kann aber aufgrund fehlender Kapazitäten nicht weiter beregnet werden.

Bei Weizen wegen Trockenheit N-Versorgung abgerissen

Trockenschäden werden auch aus anderen Regionen gemeldet, die nicht beregnet werden können - so z. B. auf den leichteren Böden im östlichen und westlichen Bereich. Auch hier sind größere Verluste zu befürchten.

Betroffen ist vor allen Dingen der Weizen, bei dem wegen des fehlenden Wassers zum Teil auch die Versorgung mit Stickstoff abgerissen ist.

Bei Raps nehmen die Verluste an Schoten aufgrund der Trockenheit weiter zu, und es ist eine schlechte Kornausbildung zu befürchten.

Starkregen verursacht Verschlämmungen

Die feuchten Bodenbedingungen im Herbst machten vielerorts die Bodenbearbeitung zum Problem. Das wird nun stellenweise sichtbar. Betroffen sind auch Standorte in den Marschregionen, deren Böden unter guten Strukturverhältnissen das Bodenwasser in der Regel gut nutzen können.

Auch wenn im Weser-Ems-Bereich das Niederschlagsdefizit noch am geringsten ausgefallen ist, hat das Getreide vielerorts Schaden genommen. Vereinzelte regional begrenzte Niederschläge am Dienstag brachten kaum Entspannung.

Andererseits wird in Einzelfällen auch von Starkregen von bis zu 50 bis 70 mm berichtet, die Verschlämmungen und Wassererosion zur Folge hatten.

Lediglich die Bestände mit guter Wurzelbildung auf den sehr guten Standorten im Raum Südhannover und in der Marsch halten momentan noch durch.

Auch Sommergetreide mit Trockenschäden

Sommergetreide wurde häufig aufgrund der Nichtbefahrbarkeit im Herbst als „Ersatzfrucht“ auch in Regionen ohne Beregnungsmöglichkeit angebaut. Auch dieses leidet vielfach extrem unter der Trockenheit. Diese Kulturen litten oftmals von Beginn an unter Wassermangel.

Das führte zu einer schwachen Wurzelbildung mit gravierenden Folgen: weniger Seitentriebe, geringe Wuchshöhe und ein frühzeitiges Schieben der Ähren. Unter dem Strich ist auch hier mit deutlich geringeren Erträgen zu rechnen.

Lediglich der wärmeliebende Mais kann momentan die Witterung noch für ein zügiges Jugendwachstum nutzen. Mit zunehmender Entwicklung der Pflanzen steigt jedoch auch deren Wasserbedarf und damit die Gefahr von Trockenstress und geringeren Erträgen.

Mehr zur aktuellen Situation auf den Äckern lesen Sie in Ausgabe 22/18 der LAND & Forst. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

 

Mit Material von LWK Niedersachsen
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