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Greening-Prämien für Niedersachsen

Trotz Preiskrise: Land bummelt bei den Direktzahlungen

Redaktion LAND & Forst
am
10.03.2016

Mehrere Hundert Landwirte aus Ostfriesland haben Ende des letzten Monats nicht die ihnen zugesagte „Greening-Prämie“ erhalten. Diese sollte eigentlich schon Ende Dezember letzten Jahres ausgezahlt werden.

Die zugesagte „Greening-Prämie“ mehrerer Hundert Landwirte aus Ostfriesland wurde Ende des letzten Monats nicht ausgezahlt. Darauf weist der Landwirtschaftliche Hauptverein für Ostfriesland (LHV) in einer Pressemitteilung hin. Als skandalös bezeichnet Erich Hinrichs, Präsident des LHV, diese Situation in einem Brief an den Niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

Auszahlung in anderen Bundesländern fristgerecht

Hinrichs betont: „Wir fragen uns allen Ernstes, wie es zu solchen Auszahlungspannen kommen kann. Diese Frage ist umso mehr berechtigt, wenn wir wissen, dass die Auszahlung der EU-Gelder in allen anderen Bundesländern offensichtlich fristgerecht funktioniert hat.“

In dem Brief heißt es weiter: „Bitte erklären Sie uns und insbesondere unseren Landwirten, weshalb Ihr Haus nicht in der Lage ist, für eine fristgerechte Auszahlung der EU-Fördergelder zu sorgen. Für diese Pannen machen wir Sie politisch verantwortlich.“

360 Landwirte ohne Basisprämie

Bereits im Dezember letzten Jahres hatte es erheblichen Ärger gegeben: Es wurde bekannt, dass ca. 360 Landwirte aus Ostfriesland nicht in den Genuss der so genannten Basisprämie kommen würden. Der LHV war daraufhin tätig geworden: In einem vom Auricher Landtagsabgeordneten Wiard Siebels kurzfristig vermittelten Gespräch mit dem Landwirtschaftsminister versuchte man zu erreichen, dass alle Landwirte ihre Förderung aus EU-Geldern erhalten.

Prämien als wichtiger Beitrag zu Liquidität

Laut LHV könnten gerade diese Prämien vor dem Hintergrund der anhaltenden Preismisere bei Milch und Schweinen einen außerordentlich wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Liquidität in den Betrieben leisten. Das Ausbleiben der vollständigen EU-Gelder verursache unnötigerweise für viele Landwirte Liquiditätsengpässe.

Zusätzliche Gespräche mit den Banken seien notwendig, um die weiterhin vorhandenen Finanzlücken zu überbrücken.

Minister Meyer soll Hausaufgaben machen

Der Minister solle lieber seine elementaren Hausaufgaben machen, heißt es beim LHV, und sich um derartig wichtige Finanzierungsfragen für die Landwirte kümmern. Der LHV frage sich, wann der Minister sich ernsthaft mit den Sorgen und Nöten der landwirtschaftlichen Familienbetriebe auseinandersetze und wenigstens das leiste, was vom Agrarland Nr. 1 Niedersachsen erwartet wird.

Um den Forderungen nach einer raschen Auszahlung der EU-Gelder Nachdruck verleihen zu können, hat sich der LHV an die ostfriesischen Landtagsabgeordneten aller Parteien mit der Bitte um Unterstützung gewandt.

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