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Ökolandbau

Umschichtungen sind für uns tabu

LPD
am
07.07.2016

Landvolkpräsident Werner Hilse sieht die von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer angekündigten höheren Prämien für die Umstellung auf Ökolandbau mit gemischten Gefühlen.

Landvolkpräsident Werner Hilse dämpfte zu hohe Erwartungen an einen boomenden Biomarkt: „Bioprodukte können ihren Preisvorteil nur wahren, wenn der Markt behutsam analog der Nachfrage wächst“.

Er warnt zugleich vor politisch verursachten Marktverwerfungen in einem bislang gut laufenden Segment. Parallel zur Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung müssten auch Verarbeitung und Vermarktung im Biobereich zusätzliche Impulse erhalten und nicht wie im Plan vorgesehen um zwei Mio. Euro gekürzt werden. Das Landvolk äußert Bedenken gegenüber einer zu raschen Expansion beim Ökolandbau, die auch von den zuständigen Fachverbänden geäußert werden.

Einschnitte bei anderen Einkommensbeihilfen

Das Landvolk befürchtet im Nachgang zu höheren Fördersätzen für Ökolandbau und Tierschutzmaßnahmen zudem Kürzungen bei anderen Zahlungen, wie beispielsweise der Ausgleichszulage, für alle landwirtschaftlichen Betriebsinhaber, zu denen auch Ökobauern zählen. „In der aktuellen Krise sind jegliche Einschnitte bei Einkommensbeihilfen für landwirtschaftliche Familienbetriebe undenkbar, auch Umschichtungen innerhalb der EU-Gelder sind für uns tabu“,  stellt Hilse klar, die Betriebe seien auf jeden Euro angewiesen.

Für viele Betriebsinhaber seien diese Zahlungen zurzeit die einzig verlässliche Einkommensquelle, sie dürfe auf keinen Fall geschmälert werden. Die von Meyer angekündigte neue Förderung der Weidehaltung wurde den Wirtschafts- und Sozialpartnern, zu denen auch das Landvolk Niedersachsen zählt, bei der jüngsten Sitzung des Begleitausschusses nicht vorgestellt. „Wo der Minister das zusätzliche Geld für dieses Programm hernehmen will, erschließt sich uns zurzeit nicht“, sagte Hilse.

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