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VDV startet mit Schlachtschweinepreis

von , am
01.07.2013

Der Verband Deutscher Viehvermarkter (VDV) hat am 27. Juni zusätzlich zum Ab-Hof-Preis für Schlachtsauen erstmalig auch einen Preis für Schlachtschweine veröffentlicht.

Der Schlachtschweinemarkt steht weiter unter Druck. © Diekmann-Lenartz
 Der VDV gibt an, seine Preisprognose für Schlachtschweine wöchentlich jeweils donnerstags nach dem Medianverfahren zu ermitteln. Dieser gilt bis zum darauf folgenden Mittwoch. Grundlage dafür seien derzeit 22 Mitglieder die wöchentlich ca. 200.000 Schweine vermarkten. Dargestellt werden solle ein Preis ab Hof, der sich demnächst auch auf den Abrechnungen beim Landwirt wiederfinden werde. Dabei würden keine Pauschalzuschläge mehr gezahlt, sondern nur noch Extrazahlungen in Abhängigkeit von Leistungsparametern, wie Guppengröße oder sehr geringe Transportwege. Der vom Schlachtschweinepreis abgeleitete Sauenpreis werde ebenfalls Donnerstags veröffentlicht. Da der Sauenfleischmarkt saisonal vom Schweinefleischmarkt abweiche, könne sich der kalkulatorische Abschlag von gegenwärtig 40 Cent/kg je nach Marktsituation ändern, was rechtzeitig angekündigt werde, versicherte der Verband.

VEZG und ISN sehen VDV-Preis kritisch

Mit dem neuen VDV-Preis für Schlachtschweine wird es zukünftig neben der Internetauktion der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) am Mittwoch und dem von der Vereinigung für Schlachtschweine am Freitag herausgegebenen VEZG-Preis eine dritte Orientierungsmarke für die Schweinemäster geben. Sowohl die ISN als auch die VEZG stehen dem Ab-Hof-Preis des VDV erwartungsgemäß kritisch gegenüber. Zum einen sei da die Koppelung des Sauen- und Schlachtschweinepreises. Dies seien grundsätzlich zwei getrennte Märkte, die sich eigentlich nicht koppeln ließen. Das sehe man gerade jetzt im Sommer, wo Jungschweine gut abzusetzen sind, während Sauenfleisch als Verarbeitungsartikel weniger gefragt ist. Ein weiterer Punkt sei die Schlachthof-Nähe. Dies beträfe insbesondere größere Mitglieder des VDV, wodurch sich eine Abhängigkeit ergeben könne. Hinzu käme, dass es sich bei dem VDV-Preis um eine Markteinschätzung mit Empfehlungscharakter handele. Das sei aber nur anerkannten Erzeugergemeinschaften erlaubt und gehe nicht konform mit dem Marktstrukturgesetzt.
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