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Aus den Regionen

Vegetation: Winterkulturen sind gut erholt

von , am
03.05.2013

Der Winter war lang, mit sehr frostigen Temperaturen. Im März gab es noch eisige Ostwinde. Wie die Vegetation sich nach diesen Extrembedingungen entwickelt hat, lesen Sie hier.

Viele Bauern haben nach Überschreiten der Bekämpfungsschwelle des Rapsglanzkäfers bereits vor der Blüte zweimal ein Insektizid appliziert und zum Teil gleich Bor mit eingemischt. © Raupert
Am vergangenen Donnerstag trafen sich Landwirte, Berater und Industrievertreter auf dem Betrieb von Arnd von Hugo in Groß Munzel bei Barsinghausen, um im Rahmen der alljährlichen Feldrundfahrten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine Bestandsaufnahme des Winterrapses zu machen. Beim Rundgang auf Winterraps-Versuchsflächen konnten sich die Praktiker ein Bild davon machen, welche Maßnahmen zurzeit anstehen und wie die Berater die Befalls- und Krankheitssituation vor Ort einschätzen.
 

Schädlinge fliegen ein

Die Rapsbestände präsentierten sich Ende der vergangenen Woche - auch wegen der längeren Trockenheit - weitgehend gesund. Ein Pilzdruck war nicht vorhanden. Ganz anders liegen die Dinge beim Schädlingsaufkommen. Ein früher Zuflug des Rapsstängelrüsslers hatte in vielen Regionen bereits Anfang April einen Insektizideinsatz erforderlich gemacht.
Wo der Schädling allein auftrat und die Bekämpfungsschwelle überschritt, funktionierte die kostengünstige Lösung mit Karate Zeon oder Bulldock, wo auch der Rapsglanzkäfer in bekämpfungswürdigem Ausmaß gesichtet worden ist, wurde zu Trebon geraten. Wo nur der Rapsglanzkäfer bekämpft werden musste, haben die Bauern meist die B1-Präparate Plenum WG oder Avaunt eingesetzt. Bei Zumischung von z. B. Fury konnte auch der Rüssler bekämpft werden.
Aktuell geht für die Bestände nur eine Gefahr vom Rapsglanzkäfer aus. Gelbschalenfänge haben bereits ab Mitte April einen deutlichen Zuflug signalisiert, der weiter anhält. Da dieser Schädling den Raps ab dem Knospenstadium massiv schädigen kann, indem er die Knospen anfrisst, um an den Pollen zu kommen, sind die Bekämpfungsschwellen zu diesem frühen Zeitpunkt mit 1 bis 2 Käfern je Haupttrieb sehr tief angesetzt, berichtete der Kammerberater Dr. Bernhard Werner auf der Rundfahrt. Kurz vor dem Öffnen der ersten Blüten liegt die Schadschwelle mit 2 bis 4 Käfern pro Pflanze schon etwas höher, in der Blüte selbst müssen schon 6 bis 8 Käfer je Pflanze gezählt werden.

Kurze Wirkungsdauer

Beim Einsatz der Insektizide muss laut Werner konsequent auf die Bienengefährlichkeit der Präparate geachtet werden. Sobald sich die ersten Knospen öffnen und die ersten Vorblüher oder blühende Unkräuter im Bestand gesichtet werden, dürfen nur noch bienenungefährliche B4-Mittel wie Biscaya eingesetzt werden. Bei dem verzettelten Zuflug der Rapsglanzkäfer sind regional im Mittel bereits zwei Anwendungen vor der Blüte erfolgt, auch weil die Mittel nur 70 bis 80 % der Schädlinge erfassen und zudem nur eine Wirkung von 3 bis 7 Tagen aufweisen. Zumindest eine Maßnahme ist wohl noch in der Blüte zu erwarten, wenn es um die später auftretenden Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücken geht. Dort kann in einigen Fällen laut Werner bereits eine Randbehandlung ausreichen. Das Problem sei hier aber, die Schädlingsdichte exakt zu erfassen.

Die weiteren Diskussionsschwerpunkte auf dem Versuchsfeld waren: der Einsatz von  Wachstumsregulatoren, die Größenunterschiede zwischen behandelten und unbehandelten Pflanzen sowie die Ergebnisse der Rapssortenversuche. Darüber hinaus wurde auch der Entwicklungsstand des Getreides und der Zuckerrüben untersucht. Mehr darüber erfahren Sie im ausführlichen Artikel von der Feldrundfahrt...
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