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Vogelgrippe: Lage entspannt sich etwas

von , am
23.12.2014

Hannover - Nach den jüngsten Vogelgrippe-Fällen in der vergangenen Woche sind die 10.000 untersuchten Proben aus den betroffenen Landkreisen Emsland und Cloppenburg negativ.

Heute beginnen die Aufhebungs-Untersuchungen im Landkreis Emsland. © Mühlhausen/landpixel
Erste Erleichterung in den Landkreisen Emsland und Cloppenburg: Die wegen des Nachweises der hochpathogenen Vogelgrippe H5N8 vorgenommenen Untersuchungen von Proben in Geflügelbeständen beider Landkreise sind abgeschlossen und allesamt negativ ausgefallen. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer betonte aber: "Für eine generelle Entwarnung ist es zu früh. Weitere Untersuchungen laufen derzeit noch." Es bleibe Anlass zur Sorge, aber nicht zur Panik.

Die Biosicherheitsmaßnahmen seien strikt einzuhalten. Das gelte insbesondere für Hygienevorkehrungen etwa bei Schleusen, Desinfektionsmatten und Schutzkleidung für Besucher. Außerdem gelten insbesondere die Transportbeschränkungen in den in beiden Landkreisen eingerichteten Sperrbezirken im Drei-Kilometer-Radius sowie den Beobachtungsgebieten im Zehn-Kilometer-Radius um die jeweiligen Ausbruchsbetriebe fort.

LAVES voll im Einsatz

Einen besonderen Dank richtete der Minister an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller beteiligten Behörden, darunter auch das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES): "Sie haben mit ihrem unermüdlichen Einsatz dazu beigetragen, dass Tausende Proben aus Tierbeständen in den Landkreisen Cloppenburg und Emsland so schnell analysiert werden konnten." Insgesamt wurden im Landesamt fast 10.000 Proben untersucht. Neben Kommunen, LAVES und Tierseuchenbekämpfern dankte Meyer auch den Landwirten für den Einsatz gegen die Vogelgrippe.

Eilverordnung in Kraft

Eine vom Bund verfügte Eilverordnung ist seit heute in Kraft. Damit werden alle Enten- und Gänsehalter verpflichtet, ihre Tierbestände vor einem Transport auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. In Niedersachsen wurden derartige Maßnahmen bereits vor Inkrafttreten der Verordnung des Bundes sehr zügig umgesetzt. Zudem hatte die niedersächsischen Geflügelwirtschaft zugesichert, auf das Einhalten solcher Beprobungen strikt zu achten. Die Veterinärbehörden sind vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium angewiesen worden, zu prüfen, ob solche Untersuchungen tatsächlich stattgefunden haben – und im Verstoßfalle amtliche Kontrollen anzuordnen.

Landkreise Cloppenburg und Emsland betroffen

Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte am Dienstag vergangener Woche bei Proben aus einem Putenmastbetrieb im Landkreis Cloppenburg die hochpathogene Variante der Vogelgrippe H5N8 (hochpathogene Aviäre Influenza – HPAI) festgestellt. Insgesamt mussten im Landkreis Cloppenburg rund 120.000 Tiere getötet werden, zum einen im Ein-Kilometer-Radius um den Ausbruchsbetrieb, zum anderen in einem Kontaktbetrieb, der mit dem Ausbruchsbetrieb zu tun hatte und sich ebenfalls im Landkreis Cloppenburg befindet. Außerdem wurden in einem Sperrbezirk in einem Radius von drei Kilometern um den Ausbruchsbetrieb rund 60 Betriebe mit einem Bestand von etwa 236.000 Tieren beprobt. Die Proben wurden anschließend im LAVES untersucht. Ende der vergangenen Woche ist dann in einem Entenmastbetrieb im Landkreis Emsland ebenfalls die hochpathogene Variante der Vogelgrippe H5N8 amtlich bestätigt worden. Rund 10.100 Tiere wurden im Landkreis Emsland getötet.
 
Die hochpathogene aviäre Influenza vom Typ H5N8 wurde in Deutschland zuerst Anfang November in einem Geflügelbestand in Mecklenburg-Vorpommern festgestellt. Dort sind keine weiteren Fälle aufgetreten. Dieser Virustyp wurde im November 2014 ebenfalls in Geflügelbeständen in den Niederlanden und in einem Entenbestand in Großbritannien diagnostiziert. In beiden Mitgliedstaaten sind bisher keine weiteren Fälle in Hausgeflügelbeständen gemeldet worden. Vor einigen Tagen hat auch Italien einen Ausbruch von HPAI H5N8 bei Puten gemeldet.
 
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