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Vogelgrippe: Risiko noch nicht vorbei

von , am
07.02.2015

Hannover - Auch wenn der Ausbruch der Vogelgrippe als offiziell beendet erklärt wurde, bleibt in weiten Teilen Niedersachsens aus seuchenhygienischen Gründen die Stallpflicht bestehen.

Es besteht Hoffnung, dass die Legehennen bald wieder raus dürfen. © Bergmann
Das Beobachtungsgebiet im Landkreis Emsland wurde aufgehoben und der Ausbruch der Vogelgrippe laut Landwirtschaftsminister Christian Meyer in der vergangenen Woche als beendet erklärt. Die Stallpflicht gilt jedoch weiterhin. Nur in den Landkreisen Cuxhaven und Verden wurde die Stallpflicht vor kurzem aufgehoben, in anderen Kreisen Niedersachsens ist man zu einer teilweisen Aufstallung übergegangen, d.h. eine Stallpflicht gilt nur in Gebieten mit einem erhöhten Risiko.




Die Niederlande beendet Stallpflicht

Problematisch wird dies für die Freiland-Betriebe, denn Mitte Februar läuft die zwölfwöchige Übergangsfrist für die konventionelle Eiererzeugung aus. Besteht dann weiterhin Stallpflicht für die Legehennen, dürfen die Eier nicht mehr die Freiland-Kennzeichnung erhalten, sondern müssen als Produkte aus der Bodenhaltung geprintet werden, d. h. den Betrieben fehlen dadurch bei der Vermarktung rund zwei Cent je Ei.
 
Auf der anderen Seite können auch Marktanteile im Bereich der "Freiland-Eier" wegbrechen. In den benachbarten Niederlanden werde die Stallpflicht am Sonntag (8. Februar) wieder aufgehoben, berichtet die niederländische "Boederij". Damit dürfen dort sowohl Hennen aus der konventionellen Haltung als auch die Bio-Hennen wieder nach draußen und die Betriebe behalten ihren Handelsstatus.


Bio bleibt Bio

Bezüglich des Handelsstatus können in Niedersachsen die Bio-Halter etwas enspannter sein. "Bio-bleibt Bio", erklärten Vertreter der Verbände Naturland und Bioland. Da den Tieren mehr Platz zur Verfügung steht als in konventioneller Haltung und die Fütterung fortgesetzt nach Bio-Richtlinien erfolgt, dürfen diese Eier weiter als Bioware vermarktet werden, unabhängig von der Dauer der Stallpflicht. Das bestätigte auf Nachfrage auch das LAVES. Lediglich die sogenannte 1/3-Regel, die bedeutet, dass die Hennen ein Drittel ihres Lebens Zugang zu Freiland gehabt haben müssen, sei zu beachten. Dass die Stallpflicht so lange andauere, um zu einem Problem werden zu können, hielt Bioland für unwahrscheinlich.
 
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