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Geflügelpest

Vogelgrippevirus breitet sich aus

Mastputen im Stall
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
04.01.2017

Vier weitere Putenbetriebe sind vom H5N8-Virus betroffen. Trotz intensiver Untersuchungen bleibt der Übertragungsweg weiter unklar. Minister Meyer spricht von „vielen Rätseln“, lobt aber besonnene Tierhalter und Behörden.

Seitdem Mitte November am Eixer See bei Peine eine infizierte Reiherente aufgefunden worden war, hält die Vogelgrippe Niedersachsen in Atem. Trotz aller Schutzmaßnahmen traten auch zu Jahresbeginn neue Fälle auf.

So bestätigte das Friedrich- Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor am Montag den hochpathogenen H5N8-Virus in zwei Putenmastbeständen. Dabei handelt es sich zum einen um einen Betrieb mit 14.000 Putenmasthähnen im Alter von acht Wochen im Landkreis Cloppenburg, zum anderen um einen Betrieb mit 3.100 Putenmasthähnen im Landkreis Oldenburg. Beide Landkreise haben die Tötung der Tiere angeordnet und die entsprechenden Sperr- und Beobachtungsgebiete ausgeweitet.

Kurz zuvor erst hatte das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in zwei Putenmastbeständen in den Landkreisen Oldenburg und Cloppenburg das Virus H5 nachgewiesen.

Neues Sperrgebiet

Auch hier bestätigte das FLI, dass es sich um die hochansteckende Variante H5N8 handelt. In beiden Fällen waren erhöhte Tierverluste aufgetreten. Im Landkreis Oldenburg handelt es sich um einen Betrieb mit 18.800 Putenhähnen im Alter von 14 Wochen. Der Bestand liegt in Wardenburg und somit im Beobachtungsgebiet des Falles in Dötlingen. Ein neues Sperrgebiet im Umkreis von drei Kilometern um den Betrieb wurde eingerichtet.

Im Landkreis Cloppenburg war ein Bestand mit 8.200 Putenhähnen im Alter von 19 Wochen betroffen. Der Betrieb in Garrel liegt im Sperrbezirk des Falles vom 25. Dezember. Der Sperrbezirk und das Beobachtungsgebiet werden entsprechend erweitert.

Bislang elf Betriebe

Bis zum Dienstag erhöhte sich die Anzahl der von Vogelgrippe betroffenen Nutzgeflügelbetriebe im Land damit auf elf. Mit Ausnahme eines Kleinstbestandes im Landkreis Northeim mit 18 Hühnern und sechs Enten waren alle betroffenen Betriebe geschlossene Putenmastbestände –und zwar in den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg und Vechta.

Insgesamt mussten infolge des Ausbruchs der Geflügelpest im Land bereits rund 232.000 Tiere getötet werden. Darüber hinaus wurde bisher bei 17 Wildvögeln die Vogelgrippe nachgewiesen. „Wir befinden uns laufend in Lagebesprechungen mit den Landkreisen und mit dem Bund, um die Seuche einzudämmen“, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer am Dienstag vor der Presse in Hannover. Der Grünen-Politiker räumte allerdings auch „ein Stück Ratlosigkeit“ ein.

Keine Versäumnisse

„Alle Betriebe und ihre Kontaktwege wurden eingehend untersucht, ohne Versäumnisse oder fahrlässiges Handeln festzustellen“, berichtete Meyer. Noch immer gebe es keine Hinweise, wie der Erreger in die Ställe gelangte. „So lange wir darüber nichts wissen, ist es schwer, einen wirksameren Schutz zu erreichen.“

Der Minister wies zugleich darauf hin, dass die Geflügelpest noch immer lediglich lokal auftritt. Von einer flächendeckenden Seuche könne nicht zuletzt aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen und des abgestimmten Handelns zwischen Behörden und Tierhaltern keine Rede sein. red/PI

Mit Material von Niedersächsische Landwirtschaftsministerium
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