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Vogelschutz durch brütende Schwalben

von , am
20.08.2015

Schwalben dürfen auch weiterhin niedersächsischen Ställen brüten. Das hat Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer jetzt per Anordnung klargestellt. Anlass war die von Tierärzten angeordnete Entfernung von Nestern.

Schwalben erfüllen eine wichtige Aufgabe im Gesundheitssystem. © Mühlhausen/landpixel
Brütende Schwalben in Kuh- und Hühnerställen sind ein wichtiger Beitrag von Landwirten für den Vogelschutz. Das Risiko der Verbreitung von Tierseuchen durch Schwalben sei dagegen vernachlässigbar. Das stellte das niedersächsische Agrarministerium in einem Schreiben an die Veterinärämter klar. Veterinäre hatten die Entfernung von Schwalbennestern aus Gründen der Tierseuchenprävention angeordnet. Daraufhin hatten sich Naturschützer und Landwirte beschwert. Sie wollten die seltener werdenden und deshalb geschützten Schwalben in den Ställen behalten, waren sich aber nicht sicher, ob das veterinärrechtlich zulässig ist.
 
Das Land wurde dazu auch das Bundesministerium um seine Einschätzung gebeten. Auch von dort wurde das Risiko der Verbreitung von Tierseuchen durch Schwalben als "vernachlässigbar" angesehen. Es gebe daher keinen Handlungsbedarf im Hinblick auf die Entfernung von Schwalbennestern aus den Ställen.

Schwalben als Gesundheitspolizisten

Die Vögel erfüllen nicht nur eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Sie tragen auch zum Gesundheitsschutz im Stall bei. Ein Schwalbenpaar verfüttert in einer Brutzeit etwa ein Kilogramm Insekten, das sind rund 250.000 Mücken, Fliegen und Bremsen. Stallfliegen etwa seien als Überträger von Salmonellen bekannt. "Schwalben sind daher eine wichtige Gesundheitspolizei", so Meyer.
 
Rauchschwalben bauen ihre offenen Nester vornehmlich unter die Decken von Kuh- oder Schafställen, weil sie dort ein großes Angebot an Insekten finden und die Ställe nicht abgeriegelt sind. Für den Nestbau wird neben Lehm und Ton auch Stroh aus den Ställen verwandt. Mehlschwalben dagegen bauen ihre geschlossenen Nester von außen an Gebäude, zu meist unter Dachüberständen oder in Nischen. Deshalb sind sie auch in Wohnsiedlungen anzutreffen. Mehl-, Rauch- und Uferschwalben stehen auf der Roten Liste der bedrohten heimischen Brutvogelarten.
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