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Kommunalwahl

Wahlhelferin vor Ort: Ohne Einsatz geht es nicht

Schild Wahlraum am Baumstamm
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Katja Schukies, LAND & Forst
am
14.09.2016

LAND & Forst-Redakteurin Katja Schukies verbrachte die Kommunalwahl in Niedersachsen an der Wahlurne. Ihre Eindrücke aus ihrer Heimatgemeinde im Kreis Peine.

Katja Schukies

Knapp eine Minute nach 8 Uhr steht der erste „Kunde“ im Wahllokal. Kurz danach fällt das erste Mal der Spruch, den ich heute noch so oft hören werde: „Größer hättet Ihr wohl die Zettel nicht machen können, was?“. Ich bin Wahlhelfer in meiner Heimatgemeinde im Landkreis Peine.

Eigentlich sollten wir alle froh sein, dass die Zettel so groß ausfallen mussten. Dies ist zum einen ein Zeichen für die gewachsene Zahl der Parteien auch bei der Kommunalwahl. Zum anderen beweisen die „Riesenzettel“, dass wir bei dieser Wahl genügend Kandidaten haben, die sich auf örtlicher Ebene für unsere Belange einsetzen wollen.

Wahllokal wie "Kneipe an der Ecke"

Nach Öffnung unseres Wahllokals im Dorfgemeinschaftshaus setzt ein stetiger Zustrom an Wählern ein. Offensichtlich kann ein Wahllokal die Funktion übernehmen, die früher die Kneipe „an der Ecke“ hatte. Die gibt es aber nicht mehr. Wer sich kennt, grüßt sich erfreut. Wer sich nicht kennt, kann sich kennenlernen.

Für mich als Neubürger – als solcher gelte ich auch nach zehn Jahren im Ort immer noch – bietet sich hier eine tolle Gelegenheit. Zumindest kurz, wenn ich den Wählern ihre Wahlzettel reiche. „Hier sind tatsächlich Leute, die ich noch nie gesehen habe“, sagt aber auch mein Wahlvorstand. Und der lebt seit 23 Jahren hier. Am Ende des Tages werden wir eine Wahlbeteiligung von über 60 Prozent erreichen.

Kein Mindestlohn für Wahlhelfer

Angesichts dieses Zustroms sind wir Wahlvorstände froh, als unsere Ablösung eintrifft. So erhalten wir wenigstens eine Atempause, bevor es ab 18 Uhr ans Zählen geht. Denn immerhin sind wir ja schon seit 7.30 Uhr hier. Trotzdem sind wir hilfsbereit und bleiben auch bei Bemerkungen wie „Also ich habe so gar keine Zeit, Wahlhelfer zu spielen, ich bin berufstätig“ ruhig und gelassen. Kurz nach 22 Uhr sind wir mit dem Zählen durch, packen alles zusammen und erhalten dann unseren „Lohn“ für diesen Tag: 40 Euro. Kein Mindestlohn für Wahlhelfer…

Für Kleinigkeiten dankbar

Im Nachhinein betrachtet hat dieser Tag sogar Spaß gemacht. Trotz bestem Sommerwetter draußen. Ein paar Getränke oder vielleicht ein kleiner Snack am Abend beim Auszählen wären allerdings nett gewesen wären. Da ist man schon für Kleinigkeiten dankbar: einer der Kandidaten für den Ortsrat besorgt Apfelschorle und Wasser. Und später am Abend bedankt sich einer der Kreistagskandidaten bei uns für die geleistete Arbeit. Die hätten wir glatt küssen können, so haben wir uns gefreut.

Wir leisten Wichtiges zusammen

Spaß gemacht hat dieser Tag vor allem wegen der Dorfbewohner und dem Gefühl, dass wir zusammen etwas Wichtiges leisten. Denn eines ist klar: Ohne all die Menschen, die sich an diesem Tag einsetzen, sei im Haupt- oder Ehrenamt, sei es in den Wahllokalen oder in den Gemeinden, hätte dieses hohe Gut einer neutralen Wahl keine Chance. Dafür sei Ihnen an dieser Stelle gedankt.

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