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Forst

Waldbesitzer: Rechte der Eigentümer achten

Landvolk Pressedienst
am
09.02.2016

Hannover - Das freie Betretungsrecht des Waldes soll auch weiterhin gewährt werden. Der Waldbesitzerverband Niedersachsen will aber Grenzen setzen, wenn Nutzerrechte überstrapaziert werden.

Niedersachsens Waldbesitzerverband steht zum freien Betretungsrecht des Waldes. Die Verbandsmitglieder möchten in einem Naturzugangsgesetz aber zugleich die Rechte der Eigentümer gewahrt und gestärkt sehen.

Erhebliche Schäden an Wald und Waldboden

Norbert Leben macht bei der Diskussion zu dem von Niedersachsen geplanten Gesetzesvorhaben deutlich, dass einige Naturnutzer ihre Rechte zurzeit deutlich überziehen. „In weiten Teilen Niedersachsens haben wir seit einiger Zeit große Probleme mit Mountainbikern, Quad- oder Motoradfahrern, die querfeldein durch unsere Wälder fahren. Sie hinterlassen dabei häufig erhebliche Schäden am Wald und dem Waldboden.

“Der Vorsitzende des Verbandes ergänzt, dabei werde leider auch um geschützte Landschaftsteile kein Bogen gemacht und mitunter ganze Biotope gefährdet. Ungeklärt sei auch die Verkehrssicherungspflicht, die sich zum Beispiel bei illegalen Downhill-Strecken ergebe.

Nachhaltigkeit des Waldes stärken

Die Waldbesitzer stellen das freie Betretungsrecht des Waldes nicht in Frage, es wurde in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts im Bundeswaldgesetz geregelt.

Grenzen seien allerdings erforderlich, wenn diese Rechte überstrapaziert würden. Das ginge zu Lasten der Nachhaltigkeit, aber auch der Wirtschaftsleistung des privaten Waldeigentums.

Wälder sind keine „adeligen Vergnügungsprivilegien“

Präsident Leben wehrt entschieden die historische Begründung des für das Naturzugangsgesetz zuständigen Landwirtschaftsministers Christian Meyer ab. Dieser hatte in der Presse Wälder zu den „adeligen Vergnügungsprivilegien“ gezählt.

„Unser bäuerlicher Waldbesitz ist in der Hand vieler kleiner und mittlerer Waldbesitzer, die im Schnitt über lediglich zwölf Hektar verfügen“, stellt Leben klar. Er regt an, beim Naturzugangsgesetz auch Artikel 14 des Grundgesetzes mit einzubeziehen, wonach Eigentum gewährleistet wird.

Der Waldbesitzerverband Niedersachsen vertritt 60.000 nichtstaatliche Waldbesitzer mit einer Fläche von 678.000 Hektar.

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