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„Waldumbau mit Augenmaߓ

von , am
20.10.2015

Einen „Waldumbau mit Augenmaߓ hat die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Dr. Ute Seeling, gefordert. Niemand bezweifle, dass der Anteil mehrschichtiger und artenreicher Mischwälder weiter zunehmen müsse. „Die Frage ist jedoch, ob dieses Ziel mit politischem Aktionismus erreicht werden kann, oder ob nicht viel mehr die Eigenverantwortung der Waldbesitzer in den Mittelpunkt gerückt werden sollte“, sagte Frau Dr. Seeling bei einer Anhörung.
Sie wies darauf hin, dass der Umfang naturnaher Wälder in Deutschland seit 15 Jahren zunehme, nicht zuletzt Dank gezielter staatlicher Förderung. Vor diesem Hintergrund könne sie nur davor warnen, so die Geschäftsführerin, diese Ansätze durch eine Novelle des Bundeswaldgesetzes und die Festschreibung von bundeseinheitlichen Standards für eine ordnungsgemäße Waldbewirtschaftung zu unterlaufen. Ziel müsse es vielmehr sein, die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Forstwirtschaft zu verbessern. In diesem Zusammenhang gehe es insbesondere um eine Forcierung des Absatzes von Holz als Baustoff sowie als Energieträger, nachdem die Bundeswaldinventur II dargelegt habe, „über welches Potential für eine stärkere Holznutzung wir noch verfügen.“ Demgegenüber sprach sich Hermann Graf Hatzfeldt dafür aus, den Waldumbau politisch zu beschleunigen. „Wer es ernst meint mit der ökologischen Modernisierung, kommt um eine Novelle sowohl des Bundesjagd- als auch des Bundeswaldgesetzes nicht herum“, betonte das Mitglied im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung und Chef der Hatzfeldt-Wildenburgischen Verwaltung. Als dringend erforderlich sieht Graf Hatzfeldt in erster Linie eine Änderung des Jagdgesetzes und eine drastische Reduzierung der Wilddichte an. Nur so könne den gravierenden Verbissschäden begegnet werden, die eine Naturverjüngung an vielen Standorten unmöglich machten. Mit den Stimmen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen nahm der Ernährungsausschuss einen Antrag der Koalitionsfraktion an, in dem ein verstärkter Waldumbau hin zu naturnahen Wäldern in Deutschland gefordert wird.
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