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SWAMPS-Projekt

Wichtige Forschung auf Moorböden

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Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
28.06.2017

Niedersachsen ist ein moorreiches Land. Um Moorflächen klimaschonend und moorerhaltend bewirtschaften zu können, wurde ein Forschungsprojekt aufgelegt. Die Landwirte sind mit dabei.

Moor

Den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren, den weiteren Abbau der Moorauflage unterbinden und trotzdem eine landwirtschaftliche Nutzung zulassen, die sich betriebswirtschaftlich rechnet. Das  sind die Anforderungen, die an das niedersächsische SWAMPS-Projekt gestellt werden. Was sich dahinter verbirgt, wurde kürzlich beim Treffen der AG Moormanagement beim Grünlandzentrum in Ovelgönne, Landkreis Wesermarsch, deutlich. Dr. Kristine Jung vom Grünlandzentrum koordiniert das Projekt.
Seit 2015 werden im Hammelwarder Moor (Niedermoor in der Wesermarsch) und Ipweger Moor (Hochmoor im Landkreis Ammerland) umfangreiche Untersuchungen der Projektteilnehmer durchgeführt. Neben den Kooperationslandwirten führen das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), das Thünen Institut, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ihre Untersuchungen durch.

Landwirte mit ins Boot geholt

Die Mitarbeit der Landwirte vor Ort ist sehr wichtig, wie Dr. Jung betont. Durch sie können praxistaugliche und regional optimierte Lösungen gefunden werden. Sie gelten zugleich als Multiplikatoren, wenn die Maßnahmen zukünftig auch in anderen Moorgebieten umgesetzt werden sollten.

Drängende Fragen

Im Einzelnen werden die Untersuchungen möglichst bis 2019 folgende Frage klären:

  • Welche Minderung der Treibhausgasemissionen lässt sich durch die Anhebung der Grabenwasserstände auf konstant 30 cm unter Flur (für landwirtschaftliche Nutzung noch tolerierbar) erreichen?
  • Welche Konsequenzen hat das für die Betriebe und wie können sie ihre Bewirtschaftung  diesen Bedingungen anpassen?
  • Wie wirkt sich die erstmalig in Deutschland getestete Unterflurbewässerung im Vergleich zum Grabeneinstau auf die Treibhausgasemissionen und landwirtschaftlichen Parameter aus?
  • Wie können die Landwirte unter diesen Bedingungen (Unterflurbewässerung) ihre Düngung anpassen, um optimale Futtererträge und  Futterqualitäten zu erwirtschaften?
  • Welche Wirkung hat die Wasserstandsanhebung  auf die Grünlandnarben und den Nährstoffhaushalt der Böden bzw. auf Nährstoffeinträge?
  • Lassen sich Treibhausgasemissionen, die durch eine Grünlanderneuerung ausgelöst werden, durch schonende Verfahren reduzieren?

Die AG Moormanagement geht davon aus, dass in zwei Jahren Ergebnisse vorliegen, die auch praktikable Handlungsoptionen für weitere Moorstandorte in Niedersachsen zulassen.

Mit Material von SWAMPS-Projekt /AG Morrmanagement/Grünlandzentrum

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 26/2017 ab Seite 14. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

 

 

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