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Zuckerrüben: Anbauer erwarten durchschnittliche Ernte

von , am
07.09.2015

Hannover - Die Zuckerrübenanbauer in Niedersachsen erwarten in diesem Jahr eine durchschnittliche Ernte. Aufgrund der um gut 14 Prozent verringerten Anbaufläche wird mit einer deutliche geringeren Zuckerproduktion gerechnet.

In Niedersachsen wurde die Anbaufläche im Vergleich zum vergangenen Jahr um 14,3 Prozent zurückgenommen. © Werner Raupert
Mit einem Zuckerertrag von etwa zwölf Tonnen je Hektar erwarten die Zuckerrübenanbauer in diesem Jahr eine durchschnittliche Ernte. Im Vorjahr lag dieser noch bei 14,2 Tonnen pro Hektar. Aufgrund der anhaltend schlechten Absatzmöglichkeiten wurde die Anbaufläche in Niedersachsen zudem um 14,3 Prozent zurückgenommen.
 
Der Dachverband der Norddeutschen Zuckerrübenanbauer (DNZ) rechnet daher im laufenden Jahr mit einer deutlich geringeren Zuckerproduktion. Bis zum Start der sogenannten Kampagne in den Nordzucker-Werken in Uelzen, Nordstemmen, Clauen und Schladen Ende September hoffen die Rübenbauern jedoch noch auf Zuwachs. Kopfzerbrechen bereitet den Landwirten vielmehr die wettbewerbsfeindliche Politik. Während Brüssel ab 2017 den Wegfall der Zuckerquoten verordnet hat, fördern mehrere Mitgliedstaaten weiterhin den Rübenanbau durch gekoppelte Beihilfen.

Wie war das Jahr?

Die Zuckerrüben hatten in diesem Jahr einen schweren Start. Direkt nach der Aussaat verschlämmten starke Regenfälle die Böden teilweise, sodass diese nach dem Trocknen eine harte Kruste bildeten. Den zarten Blättern fehlte die Kraft, um die harte Erde zu durchbrechen und ans Licht zu gelangen. Mehrere tausend Hektar wurden daraufhin umgebrochen und neu bestellt. Auf den verbliebenen Feldern steht in einigen Regionen nur die Hälfte der angestrebten zehn Pflanzen pro Quadratmeter. Die Lücken füllt Unkraut, das normalerweise von den großen Blättern der Zuckerrüben verdrängt wird. Diese Spätverunkrautung muss derzeit mit viel Aufwand per Hand entfernt werden.

Mehr Schosser

Bei diesem Arbeitsgang hacken die Landwirte und ihre Mitarbeiter zudem die sogenannten Schosser aus dem Bestand. Sie treten in diesem Jahr vermehrt auf, nachdem die Zuckerrüben im kalten Frühjahr an einen Anreiz zur Vermehrung bekommen haben. Normalerweise werden Blütenstände und Samen erst im zweiten Vegetationsjahr gebildet, wenn die Pflanzen im Winter der Kälte ausgesetzt waren.
 
Schosser, die stehen bleiben, produzieren eine hohe Anzahl Samen, die über viele Jahre keimfähig sind und in den folgenden Jahren als Wildrüben auflaufen und wiederum Schosser bilden. Diese Rüben werden zudem entfernt, weil sie mit den "normalen" Rüben um Nährstoffe, Wasser und Licht konkurrieren. Außerdem erschweren ihre sehr kräftigen Stängel die Rodearbeiten erheblich und die Rüben können in der Zuckerfabrik schlechter verarbeitet werden.
 
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