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Marktinformation

Traditionelles Erntegespräch: Erste Zahlen zur Ernte 2018

Gerald Burgdorf
am
22.06.2018

Gibt es nach langanhaltender Trockenheit wenigstens gute Preise? Kurt Fromme und Dr. Oliver Balkhausen gaben einen Marktüberblick und nannten den Landwirten erste Zahlen zur neuen Ernte.

Die rund 200 Gäste kamen in die Räumlichkeiten der Class Braunschweig GmbH nach Schwülper, um sich von den Referenten für die bevorstehende Vermarktung einen Überblick geben zu lassen. Dr. Oliver Balkhausen, ADM Germany GmbH, spricht von einem insgesamt durchwachsenen bis schlechten Saatenstand auf der Welt. In vielen Teilen herrschte große Trockenheit. Gerade am Schwarzen Meer wird es eine deutliche Mengenreduzierung geben. Russland und die Ukraine werden zusammen zwischen 15 – 20 Millionen Tonnen weniger Weizen ernten. Dennoch wird ab August russischer Weizen auf den Exportmarkt drängen und eine Entspannung wird wohl erst im 2. Quartal 2019 eintreten.

Angebot und Nachfrage

Dr. Oliver Balkhausen, ADM Germany GmbH, informierte über aktuelle Marktereignisse.

Auch in der EU wird die Produktion zurückgehen, Ausnahmen sind Spanien, Frankreich und England. Für Deutschland wird eine Weizenernte von 22 Millionen Tonnen erwartet (Vorjahr: 24 Millionen Tonnen). Bei der Gerste wird mit einem knappen Angebot gerechnet. Die ersten geernteten Bestände geben zurzeit auch wenig Hoffnung. Es wird von Erträgen um 60 dt/ha und Qualitäten unter 60 kg/hl berichtet. Die Braugerstenversorgung bleibt trotz der gestiegenen Anbaufläche knapp, da viele Bestände die Qualitäten nicht erreichen werden.

Beim Weizen übersteigt die weltweite Nachfrage erstmals nach 2012/2013 wieder die Produktion, sodass die Bestände um 13 Millionen Tonnen reduziert werden. Gleiches gilt beim Mais, wo nach einem Defizit von 41 Millionen Tonnen im Vorjahr, dieses Jahr 37 Millionen Tonnen Differenz stehen. Die Gerstenbestände werden sogar bereits im dritten Jahr in Folge um 4 bzw. 3 Millionen Tonnen reduziert. Die Ernteprognose für Raps wurde in der EU auf 21 Millionen Tonnen reduziert, kann aber in Anbetracht des zurückliegenden Frühjahrs noch weiter geschmälert werden.

Gute Qualitäten sichern

Kurt Fromme nannte konkret erste Preise für die neue Ernte. Die Gerste wird es ein knappes Angebot geben wird. Für ex Ernte 2018 werden 150 €/t für einwandfreie Ware angesetzt. Für die späteren Termine können 160 – 170 €/t gehandelt werden. Triticale und Futterroggen sollte ebenso wie Futterweizen direkt verkauft werden. Hier wird es ausreichende Mengen und preislich wenig Luft nach oben geben. Brotroggen mit entsprechenden Qualitäten bewegt sich in einer Spanne zwischen 150 bis 165 €/t.

E-Weizen sollte definitiv und A- und B-Weizen je nach Prämie erst einmal eingelagert werden. Für ex Ernte werden 160 €/t genannt. 200 €/t Matif-Preis sind diese Saison laut Fromme nicht in Sicht, mit 170 – 180 €/t kann aber aufgrund der dargelegten Marktausführungen gerechnet werden. Bei Raps war der Boden mit 330 €/t erreicht. Über Kurzzeitlagerungen bis November kann bei Liquidität nachgedacht werden, ansonsten ex Ernte von der Ware trennen.

Weitere Markteinschätzungen vom Erntegespräch lesen Sie in unserer nächsten LAND & Forst, Ausgabe 26/18.

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