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Bilanz

Agravis: Umsatz sinkt 2016 um 11 Prozent

Agravis-Zentrale Münster
Norbert Lehmann, agrarmanager
am
21.03.2017

Die Agravis Raiffeisen AG hat 2016 – vorwiegend preisbedingt und durch den Verkauf von drei Gesellschaften an die Ceravis AG – Umsatz abgegeben. Neues Wachstum sucht der neue Vorstandschef Andreas Rickmers auch in Süddeutschland.

Wie das Unternehmen heute auf seiner Bilanzpressekonferenz in Münster bekannt gab, ging der Umsatz in der Agravis-Gruppe 2016 um 11 Prozent (%) auf 6,2 Mrd. € zurück. Das Ergebnis vor Steuern verschlechterte sich um 8 % auf 41,6 Mio. €. Das Eigenkapital konnte hingegen um 10 % auf 567 Mio. € aufgestockt werden, sodass die Eigenkapitalquote auf 31,3 % kletterte. Dazu trugen die Ausgabe von Genussrechten in Höhe von 30 Mio. €, der Verkauf von Aktien und eine Gewinnthesaurierung bei. Im laufenden Jahr sollen keine weiteren Genussrechte ausgegeben werden.

Agravis: Fünf Prozent Dividende

Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff erläuterte: „Ursache für den Umsatzrückgang waren die Preisentwicklung bei wichtigen Agrarerzeugnissen sowie Preisrückgänge bei Rohöl und wichtigen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln wie Dünger und Pflanzenschutz.“ Darüber hinaus wurden zum 1. Januar 2016 drei Unternehmen der Gruppe in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an die Ceravis AG verkauft mit einem Umsatzvolumen von rund 300 Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern bewertete der Finanzvorstand als „am unteren Ende unserer Erwartungen“. Unter den beschriebenen Umständen sei das Erreichte insgesamt zufriedenstellend - aber mehr auch nicht.

Trotz des Umsatzrückgangs will die Agravis an ihrer Dividendenpolitik festhalten und der Hauptversammlung am 11. Mai in Alpen, Nordrhein-Westfalen, eine Dividende in Höhe von 5 % vorschlagen.

Agravis: Ansage in Richtung BayWa

Andreas Rickmers, Agravis-Vorstandsvorsitzender

Der neue Vorstandschef der Agravis, Andreas Rickmers, der zum Jahreswechsel den in den Ruhestand ausgeschiedenen Clemens Große Frie an der Unternehmensspitze abgelöst hat, sieht für den Handelskonzern Marktchancen in Süddeutschland. „Wir sind inzwischen ein nationaler Agrarhändler“, so Rickmers.

Die Agravis wolle im genossenschaftlichen Verbund auch außerhalb ihres Kernarbeitsgebietes wachsen. „Deshalb schauen wir ganz bewusst auch auf Gebiete, in denen wir bisher kaum oder noch gar nicht tätig waren“, so Rickmers an die Adresse des mächtigen Konkurrenten im Süden, die BayWa AG.

Den Anfang machte 2016 die Eröffnung des Spezialfuttermittelwerkes der DoFu Donaufutter GmbH in Straubing. Dort wird inzwischen auch Mischfutter produziert. Einen vielversprechenden Start habe das Agrarzentrum Agravis Bamberg GmbH genommen. Die Tochtergesellschaft betreibt in der Region Ober- und Unterfranken das Direktgeschäft mit der Landwirtschaft zunächst in den Segmenten Pflanzenschutz, Düngemittel, Saatgut und Getreide. Zur Ernte 2017 wird eine eigene Getreideerfassung hinzu kommen.

Die positiven Reaktionen aus der Landwirtschaft zeigten, dass die Nachfrage nach einem genossenschaftlichen Partner groß sei, betonte die Agravis. Fener betreibt die Zentralgenossenschaft das Großhandelsgeschäft mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln mit regionalen Raiffeisen-Genossenschaften.

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