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Wettbewerb auf dem Fleischmarkt

1 Mrd. Dollar für US-Fleischindustrie: So will Biden den Bauern helfen

Rinderhaltung in den USA
am Dienstag, 04.01.2022 - 14:03 (Jetzt kommentieren)

Um das Geschäft auf dem amerikanischen Fleischmarkt durch mehr Konkurrenz zu beleben, will die US-Regierung der Fleischindustrie eine Milliarde Dollar zur Verfügung stellen. Das Eingreifen des Staates soll dazu führen, dass die Preise für die Tierhalter steigen und für die Verbraucher sinken.

Nach Reuters-Informationen im Magazin Successful Farming (SF) kündigte US-Präsident Joe Biden gestern (03.01.) an, dass das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA Mittel des American Rescue Plan – dem im März 2021 verabschiedeten Plan zur Bekämpfung der Pandemiefolgen – nutzen werde, um für faire Bedingungen auf dem Fleischsektor zu sorgen. Außerdem werde das USDA in diesem Jahr neue Regeln für die Kennzeichnung von Fleischprodukten vorschlagen, die den „Packers und Stockyards Act“ stärken und durchsetzen sollen. Gestern traf Biden sich mit Landwirten und Fleischverarbeitungsunternehmen.

Durch die geplante Förderung einer vielfältigeren Fleischindustrie sollen vor allem die Verbraucherkosten gesenkt werden. Während das Weiße Haus die Inflation bekämpft habe, seien die Fleischpreise immer weiter gestiegen, heißt es in der Veröffentlichung bei SF. Die amerikanische Tageszeitung Des Moines Register berichtet, dass Bidens Plan ebenso darauf abziele, die Preise für die Tierhalter zu erhöhen.

Biden: Fehlende Konkurrenz auf dem Fleischmarkt ist Ausbeutung

Cargill-Unternehmenslogo

Nach einer im Weißen Haus durchgeführten Analyse kontrollierten die vier größten Fleischverarbeitungsunternehmen in den USA – Cargill, Tyson Foods, JBS SA und National Beef – zwischen 55 und 85 Prozent des Schweine-, Rinder- und Geflügelfleischmarktes. Es gebe in der Regierung wachsende Bedenken über von diesen Unternehmen festgelegte Preise, von denen sie selbst profitierten und die auf Kosten von Erzeugern und Verbrauchern gingen. „Kapitalismus ohne Konkurrenz ist nicht Kapitalismus. Es ist Ausbeutung", kommentierte Biden den Mangel an Wettbewerb unter den Fleischverarbeitern.

Seit Beginn der Corona-Pandemie seien die Gewinne unter den größten Fleischverarbeitungsunternehmen um 120 Prozent angestiegen. Das ergab nach Angaben des SF-Magazins eine Analyse, die der Wirtschaftsrat des Weißen Hauses im Dezember durchführte. Vonseiten der Fleischindustrie habe es Kritik gegeben, da die Analyse Ungenauigkeiten aufweise. Darüber hinaus sagte laut Des Moines Register eine Sprecherin des North American Meat Institute, dass sich die Preise für die Erzeuger mittlerweile wieder erholt hätten und sich der Markt derzeit wieder ausgleiche.

Unterstützung muss von Fleischindustrie angenommen werden

Zudem machte die Sprecherin des North American Meat Institute darauf aufmerksam, dass Arbeitskräfte gefunden werden müssten, um die zusätzlichen Kapazitäten ausfüllen zu können. So sehe Bidens Plan zwar die Bereitstellung von Finanzmitteln, Schulungen für Arbeitnehmer und eine technische Unterstützung für die Unternehmen vor, nicht aber die Gewinnung von Arbeitskräften. Das sei jedoch die größte Hürde bei der Erweiterung des Fleischmarkts.

Nach Informationen von Des Moines Register sollen sich die Zuschüsse für die zu unterstützenden Unternehmen auf 375 Mio. Dollar belaufen. Weitere 275 Mio. Dollar sollen für Banken bereitstehen, um Fleischverarbeitern günstige Kreditkonditionen für Investitionen, beispielsweise in Kühlhäuser, anbieten zu können. 100 Mio. Euro sollen genutzt werden, um Kosten für Überstunden von Arbeitnehmern in kleinen und sehr kleinen Verarbeitungsbetrieben zu bezahlen.

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