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Zuckerindustrie

Absturz der Zuckerpreise belastet Nordzucker

Nordzucker
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
24.05.2018

Der Wegfall der EU-Zuckerquote hat die Bilanz von Europas zweitgrößtem Zuckerhersteller Nordzucker deutlich getrübt. Im laufenden Jahr gilt es, "einen Verlust zu vermeiden".

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, ist der Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 (Stichtag 28. Februar) um 3 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro geschrumpft. Noch stabile Preise in den ersten drei Quartalen und das Einsparprogramm FORCE verhalfen Nordzucker gleichwohl zu einer leichten Verbesserung des Ergebnisses von 99 Millionen auf 118 Millionen Euro.

Der Hauptversammlung im Juli soll deshalb eine im Vergleich zum Vorjahr um zehn Cent gesteigerte Dividende von 1,20 Euro je Aktie vorgeschlagen werden.

Der Preisdruck am Zuckermarkt bleibt

Dr. Lars Gorissen, CEO Nordzucker AG

Vorstandschef Lars Gorissen bereitete Rübenanbauer und Aktionäre bei der Bilanzpressekonferenz in Braunschweig jedoch auf schlechtere Zeiten vor. Weltweit werde auch für 2018/19 ein erheblicher Zuckerüberschuss und ein daraus resultierender Preisdruck prognostiziert, unterstrich Gorissen.

Deshalb rechnet Nordzucker für das laufende Geschäftsjahr mit einem deutlichen Ergebnisrückgang. Ein Verlust soll allerdings vermieden werden.

Solide finanziert die Marktbereinigung durchstehen

Trotzdem sieht sich das Unternehmen im Wettbewerb gut positioniert: „Wir sind solide finanziert und werden diese Tiefpreisphase durchstehen und für uns nutzen“, so Gorissen. Im Geschäftsjahr 2017/18 konnte Nordzucker die Eigenkapitalquote um 1 Prozentpunkt auf 66 Prozent erhöhen. Das Unternehmen ist schuldenfrei. Die solide Kapitalausstattung eröffnet laut Nordzucker die Möglichkeit, die angespannte Marktlage zu nutzen und Marktanteile zu sichern und auszubauen. Dabei setzt das Unternehmen auf Exporte und auf Produktionsstandorte in anderen Teilen der Welt.

Gorissen erläuterte: „Der Übergang in den freien Markt ist geprägt von hartem Wettbewerb und massivem Preisverfall. Es wird sich eine neue Balance im Markt finden. Der Weg dahin wird zu einer Marktbereinigung in der EU führen."

Mit Material von dpa
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