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Digitalisierung

AGCO-Chef: Wir meistern die Digitalisierung

Digitalisierung und Landwirtschaft
am Dienstag, 18.02.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Viele Unternehmen setzen auf Digitalisierung und verlieren damit Geld. Prof. Martin Richenhagen erklärt, warum AGCO hier erfolgreich ist. Zweiter Teil unseres Gesprächs mit dem AGCO-Konzernchef.

AGCO-CEO Martin Richenhagen

Auch AGCO setzt stark auf Digitalisierung. So richtig angenommen wird die Digitalisierung von vielen Landwirten aber noch nicht. Wie laufen bei Ihnen die Geschäftsmodelle rund um die Digitalisierung?

Richenhagen: Wir tun uns hier nicht schwer, weil wir einen bodenständigen Ansatz haben. Es gibt den Hype um die Digitalisierung, aber wir bieten nur Produkte an, die messbare Vorteile bringen. Wer das macht, hat keine Probleme mit der Digitalisierung. Was wir feststellen, ist, dass die junge Generation stärker an digitalen Lösungen interessiert ist als manche älteren Semester.

John Deere will sein Händlernetz in Deutschland deutlich umbauen, weniger Händler aber mehr Filialen. Sie setzen auf „smart distribution“. Brauchen Sie dann noch so viele Händler?

Richenhagen: Unser Händlernetz in Deutschland und Europa ist perfekt aufgestellt, da gibt es keinen großen Veränderungsbedarf. Wir haben ein paar Märkte, in denen wir neue Händler dazu nehmen – besonders bei Fendt in Nord- und Südamerika. Wir wollen hier ein exklusives Händlernetz haben.

Künftig gehen mehr Gebrauchte über den Atlantik

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Sie haben angesprochen, dass Sie mit Fendt in neue Märkte gehen wollen, vor allem in Amerika. Wie sind hier Ihre Erfahrungen?

Richenhagen: Sehr gut, wir hätten noch mehr verkaufen können, als wir eigentlich produzieren konnten.

Ändert sich durch die globale Expansion von Fendt auch etwas für die Landwirte hierzulande?

Richenhagen: Die Produkte bleiben so, wie sie in Marktoberdorf entwickelt werden. Vorstellen könnte ich mir, dass künftig der eine oder andere gebrauchte Schlepper mehr den Weg über den Atlantik findet.

Seit 2017 will AGCO organisch wachsen und gleichzeitig Kosten sparen. Was heißt das konkret?

Richenhagen: Unser oberstes Ziel ist die Verbesserung der Umsatzrendite. Wir können dabei nur organisch wachsen, weil in unserer Branche für Übernahmen kaum noch Platz ist. Wir setzen auf neue Produkte und neue Märkte und versuchen gleichzeitig, so kosteneffizient wie möglich zu produzieren.

Widrige Umstände weltweit

Für 2019 rechnet AGCO mit Umsatzerlösen, die immer noch unter denen von 2013 liegen. Ist ihre Strategie angesichts dieser Entwicklung erfolgreich?

Richenhagen: Das Ergebnis liegt nicht an der Strategie, sondern an den Märkten. Unser Geschäft leidet weltweit aus verschiedenen Gründen: In Brasilien fehlt das Vertrauen bei der neuen Regierung, in Großbritannien haben wir den Brexit, in den USA die Problematik, dass die Chinesen kein Getreide mehr kaufen. Unser Marktanteil steigt, aber der Umsatz stagniert. Es ist vielmehr so, dass wir durch unsere Strategie einen großartigen Börsenkurs erreichen konnten. Die Leute merken: AGCO liefert, auch wenn der Markt rückläufig ist.

Das war der zweite Teil unseres Interviews mit AGCO-Vorstandschef Prof. Martin Richenhagen. Den ersten Teil lesen Sie hier.

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