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Agrarhandel

Agrarexport: Ohne China geht nichts

Schlachthof-Schweinehälften
am Donnerstag, 16.01.2020 - 14:55 (Jetzt kommentieren)

Die deutschen Agrarausfuhren erreichten 2019 einen neuen Höchststand. Ein wesentlicher Grund war der sehr kräftige Zuwachs der Exporte nach China.

Ins Reich der Mitte wuchsen die wertmäßigen Ausfuhren zum Vorjahr um fast 50 Prozent. Dahinter steckt sowohl der Boom bei den Ausfuhren von Schweinefleisch in das von ASP geplagt geplagte Land – als auch die  hohen Zuwächse bei den Ausfuhren von Trinkmilch (H-Milch) und einer Reihe von anderen Milchprodukten.

Angesicht der zahlreichen Problemen im globalen Handel – etwa bei Handelskrieg China/USA – und der Zunahme bilateraler Handelsabkommen forderte die GEFA (German Export Association for Food and Agriproducts) verstärkte Initiativen der Politik zum Abbau von Handelsrestriktionen.

Weniger in die EU – mehr In Drittländer

Agrarhandel

Insgesamt erreichen die Ausfuhren deutscher Agrarprodukte und Lebensmittel sowie Landtechnik nach der Prognose der GEFA für 2019 einen Wert von 79,5 Mrd. Euro. Damit wird das Vorjahresniveau deutlich übertroffen (+2,1%). „Trotz dieser positiven Entwicklung sind weitere energische politische Anstrengungen zur Öffnung von Exportmärkten erforderlich“ sagt Bernd Wirtz, Sprecher der GEFA und Geschäftsführer in der Vion Food Group.

„Vor allem mit Blick auf Asien benötigen wir neue Initiativen, um schrittweise Marktöffnungen für unsere Exporteure zu erreichen“, sagte Wirtz weiter. Die Ausfuhren für den Zeitraum Januar bis Oktober in Länder der Europäischen Union (46,6 Mrd. Euro) lagen allerdings 0,6 % unter dem Vorjahreswert. Dagegen sind die Exporte in Drittländer deutlich, um 8,5 % auf 14,2 Mrd. Euro gestiegen.

Diese positiven Entwicklungen gehen vor allem auf die starke Zunahme der Ausfuhren nach Asien (+11,7%) und Afrika (+16,6%) zurück. Besonders kräftig sind mit 44,5% die wertmäßigen Ausfuhren nach China. gestiegen. Damit hat sich das Land innerhalb eines Jahres auf Platz 10 der TOP-Exportziele geschoben.

Deutschland exportiert hochverarbeitete Lebensmittel

„Betrachtet man die deutschen Ausfuhren, dann führen vor allem hochverarbeitete Lebensmittel die Rangliste an. Der Export dieser Erzeugnisse deutet auf wachsende und kaufkräftigere Zielgruppen in den Exportländern hin. Das sind auch bei Agrarprodukten und Lebensmitteln Verbraucher, die sich an hochwertigen, streng kontrollierten und nachhaltig erzeugten Produkten orientieren“, sagt Hartmut Kretschmer, stellvertretender Sprecher der GEFA und General Manager CEE & South Europe in der DMK Group.

Allerdings ist die deutsche Handelsbilanz – das die Differenz zwischen Exporten und Importen – deutlich negativ. War die Bilanz im Agrarhandel im Jahr 2006 mit minus 11 Mrd. Euro bereits stark negativ, hat sich dieses Defizit auf mehr als 14 Mrd. Euro in 2018 weiter erhöht. So kauft Deutschland aktuell dreimal mehr Agrarprodukte und Lebensmittel von den OECD-Entwicklungsländern, als es in diese Länder exportiert.

Mit Material von German Export Association for Food and Agriproducts

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