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Genossenschaften

Agravis mit solidem Wachstum

Agravis Zentrale in Münster
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
22.03.2018

Für die Agravis Raiffeisen AG war 2017 ein Wachstumsjahr. Vorstandschef Andreas Rickmers verkündete heute in Münster ein solides Plus für Umsatz und Ergebnis.

Unterm Strich steht für die Agravis 2017 ein Umsatzplus von rund 3,8 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro. Dazu trugen vor allem der Agrarhandel, das Mischfutter- und Technik-Geschäft sowie die Bereiche Märkte und Energie bei.

So wuchs der Umsatz im Geschäftsfeld Tiere um 3 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro. Hingegen führten Einsparungen der Landwirte bei Betriebsmitteln für die pflanzliche Produktion im Segement Pflanzen zu einem Umsatzminus von 2 Prozent auf 2,87 Mrd. Euro. Die Techniksparte legte um 15 Prozent auf 890 Mio. Euro zu.

Insgesamt konnte die Agravis ihr operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 74 Mio. Euro und einem Plus von 7,3 Prozent verbessern.

Die Investitionen fielen mit 87 Mio. Euro deutlich höher aus als ursprünglich mit 63 Mio. Euro geplant. Zusammen mit der Finanzierung mehrerer Übernahmen führte dies zu einem leichten Rückgang der Eigenkapitalquote auf rund 29 Prozent. Die Dividende soll gegenüber dem Vorjahr von 5 auf 3,5 Prozent verringert werden.

Mittelfristiges Umsatzziel von 10 Mrd. Euro

Andreas Rickmers

Nach den Übernahmen von 14 Raiffeisen-Märkten und zwei Mischfutterwerken in Neuss und Wiesbaden von der RWZ Rhein-Main eG will die Agravis nun die Komplexität des Unternehmens verringern. Dazu sollen Strukturen und Prozesse verschlankt sowie die Personalkosten dauerhaft gesenkt werden. Im vergangenen Jahr wurden bereits 200 Stellen abgebaut.

Der Vorstand wird das Strategieprogramm "Hanse" den Aktionären auf der Hauptversammlung am 9. Mai vorstellen. Es ist auf fünf bis zehn Jahre angelegt. Ziel ist nach den Worten von Vorstandschef Andreas Rickmers ein Umsatz von 10 Mrd. Euro. Das Wachstum soll in erster Linie im Kerngeschäft im Inland erzielt werden, aber auch durch internationale Allianzen.

Rickmers sieht den Agrarhandel in Deutschland in einem harten Verdrängungswettbewerb, aus dem Agravis "als Sieger hervorgehen möchte".

Leicht positiver Ausblick auf 2018

Mit Blick auf 2018 geht Rickmers von einer leicht positiven Entwicklung des Umsatzes aus. "Wir planen mit rund 6,5 Mrd. Euro Umsatz, einem weiteren leichten Anstieg beim operativen Ergebnis EBIT und einem Ergebnis vor Steuern von rund 42 Mio. Euro", erläuterte Rickmers.

Um das zu erreichen, seien ein konsequentes Kostenmanagement, eine klare Kundenfokussierung sowie der weitere Ausbau des operativen Geschäfts nötig. Rickmers erwartet eine weitere positive Entwicklung im schwächelnden Geschäft mit Agrarerzeugnissen. „Hier haben wir uns neu aufgestellt, konzentrieren uns vor allem auf unsere Versorgungs- und Servicefunktion für Genossenschaften und eigene Werke.“

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