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Genossenschaften

Agravis will frisches Eigenkapital aufnehmen

Agravis Zentrale und Futtermittelwerk in Münster
am Dienstag, 29.09.2020 - 10:50 (Jetzt kommentieren)

Die Agravis Raiffeisen AG will zusätzliches Eigenkapital schöpfen. Dazu bietet die Genossenschaft neue Genussscheine an.

Bis zu 65 Mio. Euro an zusätzlichem Kapital möchte die Agravis von potenziellen Anlegern aufnehmen. Dazu gibt das Unternehmen neue Genussscheine aus. Auch eine Verlängerung bestehender Genussrechte aus dem Jahr 2015 wird angeboten. Zeichnungsangebote sind bis zum 30. Oktober 2020 möglich.

Wie Agravis-Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff erläutert, wird die Summe von 65 Mio. Euro in drei Tranchen aufgeteilt. Aktionäre und Mitarbeiter können bis zu 25 Mio. Euro zeichnen. Der Nennwert pro Genussschein beträgt 1.000 Euro. Die Mindestzeichnung liegt bei 2.000 Euro. Die Genussscheine in dieser Tranche werden mit 3,25 Prozent pro Jahr verzinst. 

Auch interessierte Dritte können investieren

Ein Gesamtvolumen von 30 Mio. Euro steht für Altinvestoren zur Verfügung, die bereits 2015 Genussrechte gezeichnet hatten. Sie können nun bei einer Verzinsung von 2,40 Prozent Genussscheine mit einem Nennbetrag und einer Mindestzeichnung von 5.000 Euro erhalten. 

An interessierte Dritte richtet sich die dritte Tranche in Höhe von 10 Mio. Euro. Der Nennwert pro Genussschein und die Mindestzeichnung betragen 5.000 Euro. Der Zinssatz liegt bei 2,25 Prozent.

Agravis erwartet nach Verlustjahr 2019 wieder Gewinn

Die Genussscheine haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Zuteilung erfolgt nach dem Windhundverfahren, also in der Reihenfolge des zeitlichen Eingangs der Zeichnungsscheine.

Übersteigt die Nachfrage das Angebot, kann die Agravis die Zeichnung vorzeitig schließen oder Gebote nicht oder nicht in voller Höhe annehmen. Die Kapitalaufnahme dient nach Angaben des Unternehmens zur allgemeinen Finanzierung des Geschäftsbetriebs.

Das Eigenkapital der Agravis Raiffeisen AG betrug Ende vergangenen Jahres 544 Mio. Euro. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 27,4 Prozent nach 29,1 Prozent im Vorjahr. Aufgrund der Einmalbelastung durch die Kartellbuße in Höhe von rund 43 Mio. Euro war das Ergebnis vor Steuern voriges Jahr mit 20,5 Mio. Euro ins Minus gefallen. In diesem Jahr sollen wieder schwarze Zahlen in Höhe von voraussichtlich rund 30 Mio. Euro geschrieben werden.

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