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Aldi erhöht den Milchpreis kräftig

Filiale des Discounters Aldi Süd
am Dienstag, 05.05.2020 - 08:03 (1 Kommentar)

Anfang März sorgten die neuen Kontrakte für Furore. Jetzt hebt Aldi den Milchpreis für Verbraucher tatsächlich kräftig an.

Die Verhandlungen zum neuen Trinkmilchkontrakt waren Anfang März zum Politikum geraten: Die gemeinsame Einkaufsgesellschaft der Discounter Aldi Nord und Süd stand plötzlich im Verdacht, die beginnende Corona-Krise für zusätzlichen Preisdruck auf die Molkereien auszunutzen. Doch plötzlich kam es ganz anders: Der Lebensmittelriese legte bei dem für sechs Monate gültigen Liefervertrag überraschend sogar 5 Cent pro Liter Milch drauf.

Und tatsächlich: Zum Start der neuen Kontraktlaufzeit haben Aldi Nord und Süd Anfang Mai nun auch die Verbraucherpreise für Trinkmilch um 6 Cent je Liter in der untersten Preislage angehoben. Demnach kostet Milch mit 1,5 Prozent Fett jetzt 71 Cent je Liter und mit 3,5 Prozent Fett 79 Cent je Liter. Das entspricht einem Plus von 9,2 und 8,2 Prozent. Für Speisequark stiegen die Preise um 6 beziehungsweise 5 Cent je Packung und nach Fettkategorie.

Auch weitere Milchprodukte wurden teurer

Kunde in einem Aldi-Markt

Nach Angaben von Aldi Nord wurden darüber hinaus auch die Preise einiger weiterer Milchprodukte zum 2. Mai angepasst, darunter Kaffeesahne und Kondensmilch, Crème fraîche und Saure Sahne.

Aldi Süd wollte sich zu weiteren möglichen Preisanhebungen neben Milch und Quark nicht äußern. Erfahrungsgemäß gehen die beiden selbstständigen Schwesterunternehmen bei solchen Preisveränderung gemeinsam vor. An den Preisen von Aldi orientieren sich erfahrungsgemäß auch andere Einzelhandelsketten in ihrer untersten Preislage.

Balsam auf die Seele der Milchbauern

Der Verband der Milcherzeuger Bayerns (VMB) wertete die Preiserhöhung als „gute Nachrichten vom Markt und Balsam auf die Seele“ der Milchbauern. Allerdings habe der Lebensmitteleinzelhandel den Molkereien für den Monat Mai die Markenbutter im Preiseinstiegssegment für 84 Cent/kg günstiger abgerungen, als beim vorherigen Kontrakt. Für den VMB bleibt damit als Fazit bestehen: Der Handel verdiene an der Corona-Krise besser als die eigentlich systemrelevante Land- und Milchwirtschaft.

Insgesamt führten die jüngsten Abschlüsse der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel zu einer Teil-Stabilisierung des Preisgefüges. Die Corona-bedingten Absatzprobleme an Großverbraucher und im Export blieben aber weiterhin als Herausforderung für die Milchbranche ganz oben auf der Agenda.

BDM sieht Erfolg der Bauernproteste

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter sieht die Preiserhöhung bei Milch durch Aldi als einen Erfolg der Bauernproteste in den vergangenen Monaten. Dagegen gebe es aber einen sinkenden Preistrend bei Butter, sagte Verbandssprecher Hans Foldenauer der dpa. Das wiege schwerer als der gestiegene Milchpreis. Die Trinkmilch stehe nur für elf Prozent der Verarbeitungsmenge. Für die Milchbauern spitze sich die Situation zu - auch weil der Gastronomieabsatz weggefallen sei.

Mit Material von dpa, VMB
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