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Lebensmitteleinzelhandel

Aldi und Lidl liefern sich Preiskrieg - auch mit Milchprodukten

am
12.03.2019

Die Discountriesen Aldi und Lidl liefern sich einen erbitterten Preiskrieg. Dabei kommen auch Molkereiprodukte unter die Räder.

Leerdamer um 34 Prozent im Preis reduziert, 150 Gramm Markenjoghurt für 33 Cent, Schweinefilet für 7,65 Euro das Kilo, inklusive QS- und ITW-Kennzeichen - so annonciert derzeit Aldi. Der Anlass ist ein Kampf mit Konkurrent Lidl um die Preisführerschaft im deutschen Einzelhandel.

Bisher lautete Aldis Strategie, die Kunden mit dauerhaft niedrigen Preisen zu binden. Seit wenigen Wochen aber greift Aldi die Aktionspreise von Lidl auf, damit beim Verbraucher nicht der Eindruck entsteht, mit dem Einkauf bei Lidl günstiger zu fahren.

Lidl hält dagegen und bietet diese Woche zum Beispiel Bärenmarke-Trinkmilch für 88 Cent. 400 Gramm Putengeschnetzeltes kosten nur noch 1,99 Euro, das sind 28 Prozent weniger als sonst.

Im Ergebnis unterbieten sich die beiden Discounter derzeit mit befristeten Sonderangeboten gerade bei Markenprodukten.

Ein Preiskrieg ohne Gewinner

agrarheute meint:

Nach einer Phase relativer Ruhe haben Aldi und Lidl einen Preiskrieg eröffnet, der keinen Gewinner haben wird.

Die Verbraucher werden einmal mehr dazu erzogen, allein nach dem niedrigsten Preis zu greifen. Qualitätsmerkmale, wie zum Beispiel eine regionale Herkunft oder mehr Tierwohl, treten völlig in den Hintergrund, allen Beteuerungen des Handels zum Trotz. Die Preisschlacht vernichtet Wertschöpfung, unterläuft die Bemühungen gegen Lebensmittelverschwendung und verschärft den Preisdruck auf die Lieferanten von der Landwirtschaft bis zur Ernährungsindustrie. Auch der Verbraucher wird von den Kampfpreisen nicht dauerhaft profitieren. Zum einen ist dieses Preisniveau auf Dauer nicht zu halten und zum anderen wird der Handel an anderer Stelle die verlorene Marge aufschlagen.

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