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Lebensmitteleinzelhandel

Aldi Nord und Süd wollen ihre Einkaufsmacht bündeln

Aldi Logos und Kuh auf Weide
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
16.02.2018

Aldi Süd und Aldi Nord prüfen eine engere Zusammenarbeit bis hin zum gemeinsamen Einkauf. Das berichtet das manager-magazin. Fusionsgerüchte dementieren die Discounter.

Das manager-magazin beruft sich in seiner aktuellen Ausgabe auf ein Protokoll einer Sitzung von hochrangigen Aldi-Managern vom November 2017 in Mülheim. Danach wollen die Aldi-Ketten zunächst bestimmte Produkte gemeinsam einkaufen. Als zweiter Schritt werde erwogen, die Einkaufsabteilungen zusammenzulegen.

Bereits seit einigen Monaten ist eine engere Abstimmung zwischen Aldi Nord und Aldi Süd in der Werbung sowie beim Ausbau und der Modernisierung der Filialen zu beobachten. Wie das manager-magazin berichtet, wollen die Discounter nun ihr Sortiment und ihre Verfahren angleichen. Im Einkauf sowie in der Qualitätssicherung, der Werbung und Logistik sollen die entsprechenden Abteilungen die notwendigen Dienstleistungen nur noch einmal erbringen. Ziel ist eine Effizienzsteigerung.

Discounter weisen Fusionsabsicht zurück

Laut manager-magazin wird sogar eine Verschmelzung der beiden Unternehmen zu einem Konzern nicht ausgeschlossen. Nachdem verschiedene Medien unter Hinweis auf den Artikel des Wirtschaftsmagazins über die Kooperation berichteten, dementierten die Discounter, dass eine Fusion geplant oder beabsichtigt sei. Sie räumten aber ein, im Einkauf und im Marketing enger kooperieren zu wollen.

Die Aldi-Gründer und Brüder Karl und Theo Albrecht hatten Aldi 1961 in zwei selbstständige Einheiten gespalten. Seither halten die Discounter eine strikte Gebietstrennung ein. Das Bundeskartellamt stuft sie aufgrund ihrer gemeinsamen Geschichte aber als „verbundene Unternehmen“ ein.

Ein Fall für das Bundeskartellamt

agrarheute meint: Sollten die Unternehmen künftig tatsächlich enger zusammenarbeiten, sollte das Bundeskartellamt genau hinsehen. Schon jetzt ist die Einkaufsmacht der Discounter enorm.

Die Kontraktabschlüsse von Aldi beispielsweise bei Trinkmilch und anderen Molkereiprodukten sind regelmäßig wichtige Signale für die Entwicklung des Milchmarktes. Senken oder heben Aldi Nord und Süd den Butterpreis, ziehen die übrigen Handelsketten innerhalb von Tagen gleich. Das gilt auch für weitere wesentliche Teile des Lebensmittelsortiments im Preiseinstiegsbereich. Kaufen beide künftig gemeinsam ein, wird ihr Markteinfluss umso größer.

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