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Podcast

Aldi will Kükentöten durch DNA-Test beenden

Eier in der Schachtelimagio
am Donnerstag, 09.07.2020 - 09:13 (1 Kommentar)

Aldi Süd und Nord wollen bis 2022 nur noch DNA-geprüfte Eier anbieten. Mit der Geschlechtsbestimmung im Brutei will das Unternehmen künftig das Töten von Küken vermeiden. Wie das funktioniert und warum Aldi das Verfahren nutzen möchte, erklärt Julia Adou von Aldi im Podcast.

Der Lebensmittelhändler Aldi hat sich vorgenommen, das Kükentöten entlang seiner Lieferketten abzuschaffen. Mitte März hatten sich die Unternehmen Aldi Süd und Aldi Nord dazu verpflichtet, bis 2022 deutschlandweit die gesamte Produktion ihrer Boden-, Freiland- und Bio-Eier umzustellen. Um das Geschlecht der Küken schon wenige Tage nach der Befruchtung der Eier zu identifizieren, will der Discounter das genanalytische Verfahren des Biotech-Unternehmens Planton nutzen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Zudem beziehen die Unternehmen nach eigener Angabe ab 2021 schrittweise alle Bio-Eier aus der sogenannten "Bruderhahn-Aufzucht". Hier stammen die verkauften Eier von Legehennen, deren Brüder gleichermaßen aufgezogen werden und dann als Fleisch vermarktet werden.

Das Kükentöten in Deutschland zu beenden, ist ein erklärtes Ziel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Mittlerweile arbeiten mehrere Lebensmittelhändler daran, ein verlässliches und wirtschaftliches Verfahren zur Bestimmung der Geschlechts im Brutei zu entwickeln. Rewe und Penny nutzen bereits das Seleggt-Verfahren zur non-invasiven Geschlechtsbestimmung bei Bruteiern.

Wie funktioniert der Test?

Für die Geschlechtsbestimmung mit dem Planton-Verfahren wird durch ein kleines Loch im Ei Flüssigkeit entnommen. Diese Flüssigkeit dient zur Bestimmung der DNA, die zweifelsfrei darüber Auskunft gibt, ob aus dem Ei ein weibliches oder männliches Küken schlüpfen würde, erklärt Dr. Julia Adou, Director Corporate Responsibility bei Aldi Süd.

 

Bioverbände sind kritisch

Bioland und Demeter kritisierten die frühzeitige Geschlechtsbestimmung im Ei. „Einen Eierkonsum ohne Kükentöten gibt es nur mit Hahnenaufzucht“, sagt Stephanie Strotdrees, Vizepräsidentin von Bioland.

Demeter-Vorstand Alexander Gerber ergänzt: „Statt die Küken nun einfach etwas früher zu töten, indem die männlichen Embryonen geschreddert werden, brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der Tierwohl, regionale Wertschöpfungsketten auch beim Futter und nachhaltigen Konsum verbindet.“

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