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Molkereibranche

Arla Foods verabschiedet sich aus dem Allgäu

am
07.01.2019

Arla Foods zieht sich aus dem Allgäu endgültig zurück. Das Werk in Bad Wörishofen hat die dänische Großmolkerei an einen belgischen Käsehersteller verkauft.

Arla-Käserei Wörishofen

Arla Foods beendet seinen Abstecher ins Allgäu. Die europäische Molkereigenossenschaft hat das Käsewerk im bayrischen Bad Wörishofen an das belgische Privatunternehmen Vache Bleue verkauft. Die Molkerei ist Spezialist für Käseverarbeitung und -vertrieb. Bereits im Frühjahr 2018 hatte Arla Foods sein Werk in Sonthofen an die Allgäuer Hof-Milch verkauft. Damit besitzt Arla nun kein Werk mehr in der Region.

Vache Bleue wird auch alle Anteile des französischen Käseverarbeiters Martin Sengelé Produits Laitiers in Muhlbach-sur-Munster übernehmen. Das Werk ist ein 100prozentiges Tochterunternehmen von Arla Foods. Dort wird vor allem der in Bad Wörishofen hergestellte Käse konfektioniert und abgepackt.

Darüber hinaus hat sich das Unternehmen mit den Allgäuer Milchliefergruppen darauf geeinigt, die bestehenden Milchlieferverträge von Arla Foods auf die neuen Eigentümer zu übertragen. Sie laufen bis Ende 2020. „Damit ist auch unsere Rohstoffversorgung von Beginn an gesichert und die Lieferanten haben weiterhin einen verlässlichen Abnehmer für ihre Milch“, sagt die Geschäftsführerin von Vache Bleue, Free Vroome.

Einen entsprechenden Kaufvertrag haben Arla Foods und Vache Bleue kürzlich unterzeichnet. Die Übergabe der beiden Produktions- und Verarbeitungsstätten an Vache Bleue soll bis Ende März 2019 abgeschlossen sein. Mit dem Zukauf wird das belgische Unternehmen seinen jährlichen Gesamtumsatz von 65 Mio. Euro auf rund 160 Mio. Euro steigern.

Zunächst noch Käse für Arla herstellen

Logo Vache Bleue

„Unser Ziel war es immer, irgendwann auch unseren eigenen Käse zu produzieren. Mit der Übernahme der Käserei in Bad Wörishofen wird dieser Traum Realität“, freut sich David Parent, Geschäftsführer von Vache Bleue.

„Die Übernahme des sehr gut geführten Arla-Werkes, mit seinen kompetenten Mitarbeitern in Produktion und Verwaltung, passt nicht nur optimal zu unserer Wachstumsstrategie, sondern wird uns auch helfen, die Wertschöpfungs- und Lieferketten unseres Unternehmens zu optimieren“, so Free Vroome.

Darüber hinaus ist laut Arla Foods vorgesehen, dass Vache Bleue bis auf Weiteres Käseprodukte für Arla herstellt, damit der dänische Milchverarnbeiter seinen laufenden Lieferverträgen mit Handelskunden nachkommen kann.

Gesamte Kapazität nutzen

Das südlich von Brüssel gelegene Unternehmen aus der belgischen Region Wallonie wird die beiden Standorte in der bisherigen Form weiterbetreiben. Den 73 Mitarbeitern aus Produktion und Verwaltung am deutschen Standort Bad Wörishofen wird Vache Bleue beim Betriebsübergang eine Weiterbeschäftigung zu den bisherigen Konditionen anbieten, teilte die Firma mit.

Das Unternehmen möchte am Allgäu-Standort die Jahreskapazität von 18.000 Tonnen ausschöpfen. Auch die 50 Mitarbeiter beim Käseverarbeiter Martin Sengelé Produits Laitiers im Elsass will die belgische Käserei übernehmen. Dort werden rund 14.000 Tonnen Käse hergestellt.

Vache Bleue steigt erstmals in Käseproduktion ein

Vache Bleue SA ist nach eigenen Angaben in Belgien Marktführer bei geriebenen Käsemischungen und laktosefreien Milchprodukten unter der Marke Dilea. Noch liegen die Schwerpunkte des Unternehmens, das im belgischen Einzelhandel stark vertreten ist, in den Bereichen Vertrieb und Marketing. Mit dem Kauf des Käsewerkes in Bad Wörishofen steigt Vache Bleue erstmals in die Käseproduktion ein.

1996 war Vache Bleue von Valio, der größten finnischen Molkereigenossenschaft, übernommen worden. In dieser Zeit wurde das Sortiment um laktosefreie Produkte erweitert. 2012 haben die Manager und heutigen Eigentümer, David Parent und Free Vroome, das Unternehmen über ein sogenanntes Management-Buy-out von Valio gekauft.

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