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Milchwirtschaft

Arla Foods zahlt Nettogewinn vollständig an ihre Mitglieder aus

Kuh beim Melken
am Mittwoch, 20.02.2019 - 09:11

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods will ihren Nettogewinn 2018 vollständig an ihre Mitglieder auszahlen.

Nach einem schwierigen 1. Quartal 2018, hat die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods ihre Leistung im Jahresverlauf gesteigert und 2018 mit verbesserten Absatzzahlen und einem höheren Markenanteil abgeschlossen.

Nach Angaben des Unternehmens konnten mit dem Transformationsprogramm Calcium  unternehmensweit deutlich mehr Kosten eingespart werden als zunächst kalkuliert. Dank einer historisch starken Bilanz hat der Aufsichtsrat vorgeschlagen, den gesamten Nettogewinn 2018 an die Genossenschaftsmitglieder auszuzahlen.

Zum Ende des Jahres 2018 war der negative Einfluss der Dürre in Europa, wie erwartet, bei der produzierten Milchmenge zu spüren. Arlas Milchbauern mussten höhere Preise für Futtermittel zahlen.

Arlas besonders starke Bilanz erlaubte es dem Aufsichtsrat, bereits Ende August 2018 den Vorschlag zu machen, eine außerordentlich Einmalzahlung des gesamten Nettogewinns 2018 in Höhe von 290 Mio. Euro an die Genossenschaftsmitglieder zu leisten. Diese Zahlung wird als Bonus von 2,3 Eurocent pro Kilogramm produzierter Milch, die jeder Landwirt geliefert hat, ausbezahlt. Die Entscheidung hierzu wird von der Vertreterversammlung der Landwirte auf ihrer Tagung am 28. Februar getroffen.

Jan Toft Nørgaard, Aufsichtsratsvorsitzender von Arla Foods: „Als landwirtschaftliche Molkereigenossenschaft sorgen wir uns um das Auskommen unserer Milchbauern und sehen, wie viele Kollegen von der Dürre im vergangenen Jahr betroffen waren. Wir haben diese außergewöhnliche Gelegenheit, ihnen ohne Risiko für Arla zu helfen. Ich bin stolz auf diesen Vorschlag.“

Steigender Absatz im Markengeschäft

Der Konzernumsatz von Arla stieg 2018 auf 10,4 Mrd. Euro; im Vergleich zu 10,3 Mrd. Euro in 2017 und 9,6 Mrd. Euro in 2016. Das Wachstum resultiert nach Unternehmensangaben hauptsächlich aus dem Markengeschäft, dessen Absatz um 3,1 Prozent zulegte, mit einer größeren Auswahl an Milchprodukten für die Kunden.

Arlas konzernweiter Umsatzanteil am Markengeschäft stieg dadurch auf 45,2 Prozent und übertraf das für 2020 angestrebte Ziel von 45 Prozent. Der Nettogewinn 2018 lag bei 290 Mio. Euro. Der Milchabnahmepreis – der den Wert misst, den Arla pro Kilogramm Milch schafft – erholte sich nach dem ersten Quartal wieder und verbesserte sich im Laufe des Jahres auf einen Durchschnitt von 36,4 Eurocent/kg Milch für das Geschäftsjahr 2018.

Programm zur Kosteneinsparung greift

Nach eigenen Angaben wurde Arla durch die Beschleunigung des Transformations- und Kosteneinsparungsprogramms Calcium 2018 wieder wettbewerbsfähig. Mit dem Programm reagiert die Genossenschaft auf belastende externe Entwicklungen, wie etwa der Wertverlust des Britischen Pfunds sowie der Schwedischen Krone und die gravierende Verschiebung zwischen den Preisen für Milchfett und Milcheiweiß.

Mit Calcium soll Arla zu einem schlankeren und wettbewerbsfähigeren Molkereiunternehmen werden. So sollen nachhaltige Einsparungen in Höhe von mehr als 400 Mio. Euro bis 2021 erzielt werden. 300 Mio. Euro davon sollen in einen wettbewerbsfähigen Milchpreis für die Landwirte fließen, mehr als 100 Mio. Euro sind für Investitionen in das Unternehmen vorgesehen, um zukünftige Wachstumsmöglichkeiten zu realisieren. Calcium brachte 2018 bereits deutlich höhere Kosteneinsparungen als geplant; statt des ursprünglichen Ziels von 30 Mio. Euro wurden 114 Mio. Euro eingespart.

Zufrieden mit dem Deutschlandgeschäft

Um seine Position als global führendes Molkereiunternehmen auszubauen, fokussiert Arla seine Aktivitäten auf zwei Bereiche: Europa und International. In Europa lag der Umsatz 2018 bei 6,51 Mrd. Euro; dies entspricht 62 Prozent von Arlas Gesamtumsatz. Dabei übertrafen die Kernmarken im europäischen Geschäft die Erwartungen und legten um 2,5 Prozent zu. Insbesondere Milch und Joghurts waren nach Darstellung der Molkerei bei den Kunden beliebt. Allein Arla Skyr verbuchte ein Umsatzwachstum von 22 Prozent, während Arlas Umsatzsteigerung der Biomilch-Linie bei 2,7 Prozent lag.

Dabei zeigte sich das deutsche Geschäft stark: „Wir sind mit der Entwicklung unseres Deutschlandgeschäfts im vergangenen Jahr sehr zufrieden. Im Bereich unserer Kernmarken haben wir den mengenbasierten Umsatz um 6,5 Prozent gesteigert und so die Wertigkeit unseres Geschäfts mit dem Einzelhandel und im Foodservice-Segment weiter erhöht. Zudem hat eine verbesserte Zusammenarbeit mit unseren Kunden im Bereich Handelsmarken und Kategorie-Management zum Erfolg beigetragen. Bei unseren Produkten hat sich der Fokus auf Innovation, Natürlichkeit und Gesundheitsbewusstsein ausgezahlt. Mit dieser Strategie wollen wir auch 2019 weiter auf dem deutschen Markt wachsen“, so Markus Mühleisen, Deutschland-Chef von Arla Foods.

Übernahme soll Position im Nahen Osten stärken

Obwohl der Umsatz aus Arlas internationalen Wachstumsmärkten außerhalb Europas durch Wechselkurse negativ beeinflusst wurde, verzeichnete Arlas internationaler Geschäftsbereich ein mengenbasiertes Umsatzwachstum von 4,6 Prozent im Markengeschäft und erreichte einen Gesamtumsatz von 1,58 Mrd. Euro.

Der Nahe Osten und Nordafrika bleiben weiterhin Arlas größter Markt außerhalb Europas. Hier stieg der Umsatz 2018 auf 560 Mio. Euro, im Vergleich zu 549 Mio. Euro in 2017. Die geplante Übernahme des Schmelzkäsegeschäfts unter der Marke Kraft von Mondeléz International soll Arlas Position im Nahen Osten erheblich stärken.

Weiteres Markenwachstum erwartet

Auch in diesem Jahr erwartet Arla, das Markenwachstum in Europa und international fortführen zu können. Der Ausblick für den Konzernumsatz in 2019 liegt bei 10,2 bis 10,6 Mrd. Euro und der Anteil des Nettogewinns am Umsatz wird im angestrebten Bereich von 2,8 bis 3,2 Prozent erwartet.

Trotz der vorgeschlagenen Auszahlung des Nettogewinns 2018 an die Genossenschaftsmitglieder wird der Verschuldungsgrad im Zielbereich von 2,8 bis 3,4 erwartet. Arla wird seinen Geschäftsbericht am 28. Februar veröffentlichen, nachdem die Vertreterversammlung des Unternehmens über die Gewinnverwendung entschieden hat.