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Afrikanische Schweinepest

ASP: In China wird das Schweinefleisch knapp

Schwein
am Dienstag, 07.01.2020 - 12:31 (Jetzt kommentieren)

China will im neuen Jahr seine Anstrengungen verstärken, die heimische Schweineproduktion anzukurbeln, berichtete die staatliche Agentur Xinhua.

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Auf einer Landwirtschaftskonferenz in Peking, an der auch Präsident Xi Jinping teilnahm, sagten Beamte, es sei notwendig, den Bestandsaufbau durch eine Reihe politischer Maßnahmen zu beschleunigen, berichtete Xinhua.

China ist der weltweit größte Erzeuger und Verbraucher von Schweinefleisch – und hat fast die Hälfte seiner Schweineherde durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest verloren. Die Verknappung des Angebots hat die Preise für Schweinefleisch auf extreme Höhen getrieben und die Importe massiv angekurbelt.

Vor allem vor dem chinesischen  Neujahrsfest befürchten die Behörden eine Kostenexplosion und Versorgungsprobleme. Bereits im September hatte China eine Reihe von Maßnahmen zur Steigerung der Schweineproduktion eingeführt, darunter die Subventionierung des Baus großer Schweinefarmen und die Senkung der Landkosten für landwirtschaftliche Betriebe.

Ein Beamter des Landwirtschaftsministeriums teilte jetzt mit, dass China außerdem seine Bemühungen verstärkt habe, um Kleinbauern zu ermutigen, die Schweineproduktion wieder aufzunehmen.

Schweinefleisch wird immer teurer

China Schwein

Der Preis für Schweinefleisch, der wegen ASP immer weiter in die Höhe getrieben wird, ist für die chinesische Staatsführung vor den Festtagen zu einem wichtigen Thema geworden. Die Verbraucherinflation stieg im November mit dem schnellsten Tempo seit 2012, was vor allem auf die steigenden Kosten für Schweinefleisch zurückzuführen war. Das könnte möglicherweise zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung führen, befürchtet offenbar die Parteispitze.

Die Schweinepreise stiegen in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 jedenfalls immer schneller an. Im Dezember teilten die Behörden deshalb mit, dass 40.000 Tonnen gefrorenes Schweinefleisch aus staatlichen Reserven versteigert werden. Solche Schritte sollen dazu beitragen, das Tempo der Preisexplosion zu bremsen.

Einige Ökonomen befürchten jedoch, dass der Verbraucherpreisindex wegen des Anstiegs der Schweinefleischnachfrage während der Neujahrsfeierlichkeiten einen neuen Spitzenwert erreichen wird, bevor der Preis dann 2020 allmählich wieder sinken könnte. Sicher ist dies aber nicht.

Ohne Kleinbauern geht es nicht

china schwein

China verstärkt wegen der sehr knappen Versorgung auch seine Bemühungen, Kleinbauern zu unterstützen, die Schweineproduktion wieder aufzunehmen. Dies teilte ein Beamter des Landwirtschaftsministeriums im Dezember mit.

Einige sehr große Produzenten expandieren schnell, um die Produktion wieder aufzufüllen, aber viele von Chinas Millionen Kleinbauern haben Bedenken, ihre Farmen wieder aufzustocken, da sie weiterhin von der Krankheit bedroht sind und kein Kapital zur Verfügung steht. China ist nach wie vor in hohem Maße auf kleine Betriebe angewiesen.

Fast 50 Prozent seines Schweinefleischangebots stammen von Betrieben, die weniger als 500 Schweine pro Jahr produzieren. Wang Junxun, ein Beamter des Ministeriums für Tierhaltung und Veterinärwesen Bureau, sagte Reportern in einer Besprechung: "Die Beschleunigung der Produktionserholung in kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben hat direkten Einfluss darauf, ob das Ziel, die Versorgung sicherzustellen und die Produktion landesweit zu stabilisieren, planmäßig umgesetzt werden kann".

Rabobank ist bei Kleinbauern skeptisch

Wang bekräftige auch die Regierungspläne, zur Unterstützung der kleineren Schweinefarmen des Landes, damit sich die Produktion schneller erholt. Dazu gehört der Abschluss von Vereinbarungen zwischen Landwirten und Kommunalverwaltungen, um Kleinbauern bei der Produktion zu unterstützen.

Peking dränge auch große Landwirte dazu, kleinere in Bezug auf Biosicherheitssysteme finanziell und technisch zu unterstützen, sagte Wang. Chinas kleine Schweinezüchter sind schwer von der Afrikanischen Schweinepest getroffen. Nachdem zum Teil ihre gesamten Herden ausgelöscht wurden, blieben viele kleine Bauern auf hohen Schulden sitzen.

Die Rabobank vermutete jedoch, dass die Hälfte der chinesischen Kleinbetriebe aus dem Schweinegeschäft ausscheiden könnte. Ihre geringe Größe könnte jedoch auch von Vorteil sein, da sie leichter an Orten arbeiten können, an denen Großbauern, die intensive Betriebe betreiben, eine höhere Umweltbelastung haben.

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