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Bauern und Bürger retten Schlachthof Fulda

Schweineschlachtkörper am Haken
am Dienstag, 30.04.2019 - 08:55

Der ehemalige Schlachthof Fulda kann als Bauern- und Bürgerprojekt fortgeführt werden.

Am 1. Juli wird die Erzeugerschlachthof Kurhessen AG im ehemaligen Schlachthof Fulda ihren Betrieb aufnehmen. Das teilte das Unternehmen jetzt in einer Presseinformation mit.

Damit konnte der ehemals private Schlachthof der WEG Gruppe dank einer Solidaraktion von Bauern und Bürgern gerettet werden. Er soll künftig als öffentliche Schlachtstätte für die örtlichen Viehgenossenschaften, Metzger und bäuerliche Direktvermarkter fungieren.

Mehr als 400 Aktien gezeichnet

Für die Wiederaufnahme des Betriebs war eigens die Auffanggesellschaft "Erzeugerschlachthof Kurhessen" gegründet worden. Den Initiatoren, dem Landwirt Rudolf Bühler aus Schwäbisch Hall und Sven Euen aus Fulda, gelang es, 430 von 500 aufgelegten Aktien im Nennwert von 500 Euro an Bauern und Bürgern auszureichen. Von den Aktionären stammen 94 aus der Region.

Bühler und Euen riefen dazu auf, auch die restlichen 70 Aktien zu zeichnen, um den Schlachthof zu erhalten. Nur so seien regionale Kreisläufe möglich und nur so hätten die heimischen Bauern eine Zukunft.

Förderung durch die EU und Hessen in Aussicht

Nach eigenen Angaben kann der Erzeugerschlachthof Kurhessen für anstehende Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen auf Fördergelder der EU und eine Kofinanzierung durch das Land Hessen rechnen.

Bühler, der auch die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall gegründet hat, wird beim Erzeugerschlachthof Kurhessen als Aufsichtsratsvorsitzender fungieren. Das Ruder als geschäftsführender Vorsitzender übernimmt Bühlers langjähriger Wegbegleiter Sven Euen. Er wird auch für das Qualitätsmanagement am Schlachthof verantwortlich sein.