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Bayer muss im Agrargeschäft Milliarden abschreiben

Leuchtendes Bayer-Logo auf einem Fabrikdach
am Donnerstag, 01.10.2020 - 11:45 (Jetzt kommentieren)

Der Bayer-Konzern kämpft mit der Corona-Rezession. In der Agrarsparte wird eine sehr hohe Sonderabschreibung fällig.

Die Bayer AG spürt den Gegenwind der Corona-Pandemie. Vor allem in der Sparte Crop Science sind die Auswirkungen tiefgreifender als zunächst erwartet. In dieser Abteilung hat der Konzern sein Agrargeschäft zusammengefasst.

Wie die Leverkusener Zentrale gestern Abend (30.9.) bekannt gab, wird das Unternehmen in seiner Agrarsparte eine Sonderabschreibung „im mittleren bis oberen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich“ vornehmen müssen.

Der Grund ist ein voraussichtlich geringeres Wachstum der Abteilung. Konkret nennt Bayer niedrigere Agrarpreise für wichtige Nutzpflanzen, einen intensiven Wettbewerb in der wichtigen Soja-Kultur und einen rückläufigen Verbrauch von Biokraftstoffen als Ursachen. Verstärkt würden die Einbußen durch teilweise massive Währungseffekte, etwa durch den schwachen brasilianischen Real. Allerdings dürften auch die Milliardenverluste aus dem andauernden Glyphosat-Rechtsstreit in den USA eine Rolle bei der Bewertung der Agrarsparte spielen.

An dem schlechten konjunkturellen Ausblick wird sich nach Einschätzung von Bayer in nächster Zeit jedenfalls nichts ändern.

Der Konzern verschärft den Sparkurs

Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG

Bayer rechnet nun im Konzern für 2021 mit einem stagnierenden Umsatz. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte sogar schlechter ausfallen als im laufenden Jahr. Darum verschärft das Unternehmen den Sparkurs. Ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen wird nicht ausgeschlossen. Geschäftsbereiche, die als strategisch nicht bedeutsam eingestuft werden, könnten verkauft werden.

Außerdem kündigte Vorstandschef Werner Baumann Einschnitte im operativen Geschäft an. „Wir müssen unsere Kostenstrukturen an die veränderten Marktbedingungen anpassen“, sagte Baumann. Ab 2024 sollen zusätzlich mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr an Kosten wegfallen. Dies sei nötig, um in einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld bestehen zu können.

Bayer-Aktie erleidet einen Kursrutsch

Die Anleger quittierten die schlechten Nachrichten aus Leverkusen mit einem Kursrutsch. Mit 46,56 Euro kosteten die Papiere des Dax-Konzerns kurz nach Handelsstart zwischenzeitlich über 12 Prozent weniger als Tags zuvor. Sie näherten sich damit auf dem niedrigsten Niveau seit März dem Tiefpunkt aus dem Corona-Crash bei 44,86 Euro. Zuletzt setzte eine leichte Kurserholung ein.

Mit Material von dpa
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