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Agrarchemie

Bayer und BASF vereinbaren Pflanzenschutz-Deal

Saatgut in Petrischalen
© Bayer AG
von , am
13.10.2017

Um die Übernahme von Monsanto zu ermöglichen, verkauft der Bayer-Konzern beträchtliche Teile seines Pflanzenschutz- und Saatgutgeschäfts an BASF.

Bayer wird sein weltweites Glufosinat-Ammonium-Geschäft und die dazugehörige LibertyLink™-Technologie zur Herbizidtoleranz an BASF abtreten. Diese Technologie stünde im direkten Wettbewerb mit der Kombination aus Glyphosat und RoundupReady-Saatgut von Monsanto.

Darüber hinaus veräußern die Leverkusener im Wesentlichen das gesamte Geschäft mit Saatgut in Feldkulturen einschließlich der entsprechenden Forschung und Entwicklung. Dazu gehören unter anderem das weltweite Geschäft mit Baumwollsaatgut (ohne Indien und Südafrika), die Rapsgeschäfte in Nordamerika und Europa sowie das Geschäft mit Sojasaatgut.

Die Transaktion beinhaltet das entsprechende geistige Eigentum, Standorte sowie den Übergang von mehr als 1.800 Beschäftigten vor allem in den USA, Deutschland, Brasilien, Kanada und Belgien. Als Teil der Vereinbarung hat sich BASF dazu verpflichtet, die bestehenden unbefristeten Arbeitsverhältnisse zu vergleichbaren Konditionen für mindestens drei Jahre nach Abschluss der Transaktion fortzuführen.

Ein Milliarden-Geschäft wechselt den Eigentümer

Die zu verkaufenden Sparten erzielten laut Bayer im vorigen Jahr einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro. Der Verkaufspreis wurde auf 5,9 Mrd. Euro festgelegt. Der Nettoerlös soll zur teilweisen Refinanzierung der Monsanto-Übernahme verwendet werden. Der Abschluss kommt nur zustande, wenn er von den Wettbewerbsbehörden genehmigt wird und wenn Bayer die Übernahme von Monsanto erfolgreich abschließt. Das soll bis Anfang 2018 gelingen.

"Wir gehen aktiv auf die potenziellen Bedenken der Regulierungsbehörden ein, um einen erfolgreichen Abschluss der Monsanto-Transaktion zu ermöglichen", erklärte Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. "Zugleich sind wir froh, dass wir mit BASF einen starken Käufer für unsere Geschäfte gefunden haben, der weiterhin die Bedürfnisse der Landwirte bedient und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristige Zukunftsperspektiven bietet.“

Passt gut zu BASF

BASF-Vorstandschef Dr. Kurt Bock erklärte: „Mit dieser Akquisition ergreifen wir die Gelegenheit, äußerst attraktive Geschäftsfelder in wichtigen Feldkulturen und Märkten zu erwerben. Wir freuen uns, diese innovativen und profitablen Geschäftsfelder weiterzuentwickeln und darauf, das erfahrene und engagierte Team der Sparten Pflanzenschutz, Saatgut und Traits bei BASF willkommen zu heißen. Diese Bereiche passen exzellent zum Portfolio der BASF-Gruppe".

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