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Bayer entschuldigt sich für Monsanto-Kritikerliste

Bayer-Kreuz in Leverkusen
am
13.05.2019

Die Bayer AG hat sich dafür entschuldigt, dass die Konzerntochter Monsanto in Frankreich eine Liste von Kritikern führen ließ. Die Leverkusener wollen den Vorgang untersuchen lassen.

Monsanto steht unter Verdacht, in Frankreich geheime Listen mit Namen von Kritikern des Unternehmens und seiner Produkte in Frankreich geführt zu haben. Rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern sollen darauf stehen, darunter beispielsweise der von Ségolène Royal, Ex-Umweltministerin und Gegnerin von Glyphosat.

Darum laufen in Frankreich nun Vorermittlungen wegen illegaler Erfassung privater Daten. Die
Untersuchungen seien einer Abteilung anvertraut worden, bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur in Paris.

Mit den Vorermittlungen hat die Pariser Staatsanwaltschaft auf eine Klage von «Le Monde» und eines Journalisten der Zeitung reagiert, dessen Name ebenfalls auf der Liste gestanden haben soll. Auch die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt France Télévisions will nun Klage gegen Monsanto erheben, wie ihr Leiter Yannick Letranchant auf Twitter am Sonntag bekanntgab. Auf der Liste sollen Namen von Journalisten des Senders stehen.

Bayer bitte um Entschuldigung

Bayer kündigte am Sonntag an, eine externe Kanzlei mit einer Untersuchung zu beauftragen. Nach einer ersten Analyse verstehe man, dass ein solches Projekt Bedenken und Kritik ausgelöst habe. "Dies ist nicht die Art, wie Bayer den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der
Gesellschaft suchen würde. Wir bitten daher um Entschuldigung."

Externe Kanzlei soll den Vorgang untersuchen

Auch wenn es derzeit keine Hinweise gebe, dass die Erstellung dieser Listen gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen habe, werde Bayer eine externe Anwaltskanzlei damit beauftragen, das von Monsanto verantwortete Projekt zu untersuchen.

Die Kanzlei werde allen in den Listen aufgeführten Personen Auskunft geben, welche Informationen von ihnen gespeichert worden seien. Bayer werde die Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft vollumfänglich unterstützen.

Zusammenarbeit auf Eis gelegt

Matthias Berninger, Leiter des neu geschaffenen Bereichs Public Affairs und Nachhaltigkeit im Bayer-Konzern, wurde damit beauftragt, intern die Aufklärung voranzutreiben und das Verhalten der unterschiedlichen Beteiligten zu überprüfen.

Höchste Priorität habe dabei, Transparenz zu schaffen, so das Unternehmen In einem ersten Schritt wurde beschlossen, die Zusammenarbeit mit den betreffenden externen Dienstleistern vorerst auf Eis zu legen. Weitere interne oder externe Konsequenzen werden geprüft. Bayer ergänzte, dass der für dieses Projekt zuständige Manager bereits kurz nach Abschluss der Übernahme von Monsanto das Unternehmen verlassen habe.

Mit Material von dpa, Bayer
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