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Bayer-Konzern nach Milliardenverlusten wieder mit Gewinn

Bayer Konzern
Norbert Lehmann, agrarheute Redakteur
Norbert Lehmann, agrarheute
am Dienstag, 01.03.2022 - 11:08 (Jetzt kommentieren)

Der Bayer-Konzern hat die tiefroten Zahlen verlassen und kann für 2021 wieder einen Milliardengewinn ausweisen. Das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Biotechnologie der Sparte Crop Science wuchs sogar schneller als die übrigen Geschäftsbereiche.

Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG

Wie das Unternehmen heute (1.3.) in Leverkusen bekanntgab, erreichte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im vergangenen Geschäftsjahr konzernweit 3,35 Mrd. Euro. 2020 hatte Bayer beim EBIT nach Sondereinflüssen noch ein Minus von 16,17 Mrd. Euro und damit den höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte hinnehmen müssen. Das hatte vor allem an Rückstellungen für US-Klagen wegen angeblicher Glyphosat-Krebsrisiken und an hohen Abschreibungen auf das Agrargeschäft gelegen.

Nun sieht Vorstandschef Werner Baumann die Bayer AG auf dem richtigen Weg. Das Geschäftsjahr 2021 sei operativ und strategisch erfolgreich gewesen, unterstrich Baumann zum Auftakt der Bilanzpressekonferenz. Bayer wolle die riesigen Chancen der Bio-Revolution nutzen, namentlich die Gen-Editierung sowohl im Gesundheits- als auch im Agrarbereich.

Verlust im Agrargeschäft signifikant verringert

Der Umsatz des Bayer-Konzerns mit seinen rund 100.000 Beschäftigten stieg im Jahr 2021 um 6,5 Prozent auf 44,1 Mrd. Euro. Die Nachfrage nach Saatgut und Pflanzenschutzmitteln zog an. In der Sparte Crop Science verbuchte das Unternehmen daher sogar ein Umsatzplus von 7,3 Prozent auf 20,21 Mrd. Euro. Das EBIT fiel mit einem Minus von 495 Mio. Euro zwar noch negativ aus, konnte aber gegenüber dem riesigen Verlust von 18,63 Mrd. Euro im Vorjahr signifikant verbessert werden. Vor Sondereinflüssen war das EBIT der Agrarsparte mit 2,42 Mrd. Euro deutlich positiv.

Nach eigenen Angaben setzte Bayer im Agrargeschäft in allen Regionen deutlich mehr um, vor allem in Lateinamerika sowie in Asien und im pazifischen Raum. Währungs- und portfoliobereinigt wuchs das Geschäft mit Herbiziden, Fungiziden sowie Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften zweistellig. Positiv wirkten höhere Preise für Glyphosat und ein höherer Absatz des Fungizids Fox Xpro in Lateinamerika.

Fortschritte in Glyphosat-Prozessen in den USA

Bei den seit Jahren anhaltenden Rechtsstreitigkeiten um Glyphosat in den USA sieht der Konzern „ermutigende Entwicklungen“. Der Oberste Gerichtshof in den USA habe Interesse am Fall Hardeman gezeigt, indem er eine Stellungnahme der Regierung erbeten habe. Zudem habe Bayer zuletzt zwei Jury-Prozesse um Schadenersatz in Kalifornien gewonnen.

Für das laufende Jahr erwartet der Bayer-Konzern währungs- und portfoliobereinigt ein Umsatzwachstum von 5 Prozent auf etwa 46 Mrd. Euro. Erneut überdurchschnittlich wachsen soll das Agrargeschäft mit einem Plus von 7 Prozent bei Crop Science. Dieser Ausblick wurde allerdings auf der Basis einer stabilen politischen Lage in Osteuropa erstellt. Die russische Invasion in der Ukraine habe die Situation allerdings dramatisch verändert. Bayer will diese Risiken genau beobachten und so weit wie möglich minimieren.

Mit Material von dpa

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