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Agrarchemie

Bayer lässt Monsanto verschwinden

Bayer und Monsanto
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
04.06.2018

Der Bayer-Konzern will die Übernahme von Monsanto diese Woche endlich abschließen. Der Name Monsanto wird dann verschwinden.

Wie die Bayer AG heute bekannt gab, liegen alle notwendigen behördlichen Freigaben vor. Darum soll die vor ziemlich genau zwei Jahren angekündigte Übernahme am Donnerstag (7. Juni) vollzogen werden.

Bayer wird der Unternehmensname bleiben, während der Name Monsanto aufgegeben wird. Die zugekauften Produkte werden ihre Produktnamen behalten und Teil des Portfolios von Bayer.

Bayer verdoppelt das Agrargeschäft

„Die Übernahme von Monsanto ist ein strategischer Meilenstein. Wir werden unser Agrargeschäft verdoppeln und so zu einem führenden Innovationstreiber der Branche werden", sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann heute in einer Pressekonferenz.

Für die Übernahme von Monsanto hatte Bayer im September 2016 einen Preis von 128 US-Dollar pro Aktie geboten. Damit belaufen sich Kosten der Akquisition auf rund 63 Mrd. US-Dollar – unter Berücksichtigung des Schuldenstands von Monsanto zum 28. Februar 2018.

Die Wettbewerbsbehörden haben Bayer verpflichtet, Geschäfte mit einem Umsatz von 2,2 Mrd. Euro im Jahr 2017 für einen Basiskaufpreis von insgesamt 7,6 Mrd. Euro an BASF zu verkaufen. Gemäß den Auflagen des US-Justizministeriums kann die Integration von Monsanto in den Bayer-Konzern erfolgen, sobald BASF den Erwerb der von Bayer abgegebenen Geschäfte abgeschlossen hat. Hiermit wird in etwa in zwei Monaten gerechnet.

Einsparungen im Milliardenbereich erwartet

Die Akquisition soll erheblichen Wert schaffen: Bayer erwartet ab 2019 einen positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie, der von 2021 an im zweistelligen Prozentbereich liegen soll.

Darüber hinaus rechnet Bayer – unter Berücksichtigung der Veräußerungen – von 2022 an mit jährlichen Beiträgen zum Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen von 1,2 Mrd. US-Dollar durch Synergien. Ursprünglich hatten die Leverkusener allerdings mit einem Synergieeffekt von 1,5 Mrd. US-Dollar kalkuliert.

Kapitalaufnahme durch neue Stückaktien

Für den Erwerb von Monsanto hatte Bayer eine Brückenfinanzierung von ursprünglich 57 Mrd. US-Dollar sichergestellt. Diese refinanziert das Unternehmen – wie im September 2016 angekündigt – durch eine Kombination aus Eigen- und Fremdkapitalmaßnahmen.

Die letzte Eigenkapitalmaßnahme wird eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten sein. Den Bayer-Aktionären werden über 74 Millionen neue Namensaktien zum Preis von 81 Euro angeboten. Das Unternehmen will so 6 Mrd. Euro aufnehmen.

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