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Firmennachrichten

Bayer mit Milliardenverlust wegen Glyphosat-Rückstellungen

Bayer CropScience Zentrale in Monheim, Deutschland
am Dienstag, 04.08.2020 - 11:21 (Jetzt kommentieren)

Bayer weist wegen Prozessrisiken einen Milliardenverlust aus. Glyphosat und Dicamba sind die Ursachen.

Der Bayer-Konzern hat heute die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2020 vorgelegt. Doch nicht die Corona-Pandemie, sondern Prozessrisiken wegen der Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe Glyphosat und Dicamba verhageln den Leverkusenern die Bilanz.

Sonderaufwendungen in Höhe von insgesamt 12,5 Mrd. Euro trug der Konzern im Berichtsquartal in die Bücher ein. Die Folge: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel auf minus 10,78 Mrd. Euro. Vor Sondereinflüssen war das EBIT mit 1,73 Mrd. Euro deutlich im Plus, lag sogar trotz Covid-19 um 6,7 Prozent über dem Vorjahresquartal.

Teurer Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken

Ende Juni hatte Bayer Einigungen in US-Rechtsstreitigkeiten um Glyphosat, Dicamba sowie Polychlorierte Biphenyle (PCB) angekündigt. Der weitaus teuerste Streit ist dabei derjenige um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Herbizide. Hier wackelt allerdings der angestrebte Vergleich mit der Mehrzahl der Kläger. Die Rückstellungen berücksichtigen 125.000 eingereichte und nicht eingereichte Klagen allein gegen Glyphosat.

Das Agrargeschäft floriert

Saatgut in Petrischalen

Der Konzernumsatz fiel nach Angaben von Bayer im zweiten Quartal um 6,2 Prozent auf rund 10,1 Mrd. Euro. Positiv entwickelte sich das Agrargeschäft, während die Sparten Pharma und Verbrauchergesundheit rückläufige Umsätze erzielten.

Im Agrargeschäft (Crop Science) liefen die Bayer-Produkte vor allem in Lateinamerika, Asien/Pazifik und Nordamerika besser als im Vorjahresquartal. In Brasilien entwickelte sich das Geschäft mit Maissaatgut lebhaft. Besonders deutlich legten die Erlöse mit gentechnisch verändertem Sojabohnensaatgut zu. Der Bereich erholte sich in Nordamerika durch einen Anstieg der Anbauflächen und Nachfrageverschiebungen aus dem 1. Quartal.

Nachfrage nach Agrarrohstoffen dürfte corona-bedingt sinken

Wegen der schwer einschätzbaren Risiken durch die Corona-Pandemie passte Bayer seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten an. Das Management peilt nun vor Wechselkurseffekten sowie dem Zu- und Verkauf von Unternehmensteilen ein Umsatzwachstum von 0 bis 1 Prozent an auf 43 bis 44 Mrd. Euro. Bisher waren 44 bis 45 Mrd. Euro geplant gewesen.

In der Sparte Crop Science rechnet Bayer mit einem verhaltenen Start in die neue Saison 2021 in Nordamerika, zum einen infolge der pandemiebedingt reduzierten Nachfrage nach Bioenergie, Futtermittel und Fasern, welche zu einem Rückgang der erwarteten Anbauflächen führen dürfte, sowie zum anderen bedingt durch den anhaltenden Wettbewerb im Sojabohnenmarkt.

Mit Material von dpa

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