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Bayer bei Monsanto-Übernahme weiter optimistisch

Bayer und Monsanto
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
28.02.2018

Der Bayer-Konzern ist weiter optimistisch, die Übernahme von Monsanto mit Verspätung im zweiten Quartal 2018 abzuschließen.

"Auf dem Weg zur geplanten Übernahme von Monsanto haben wir große Fortschritte gemacht", sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am 28. Februar auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen. Insgesamt haben nach Angaben des Unternehmens mehr als die Hälfte der rund 30 Behörden weltweit die Übernahme genehmigt. Erst kürzlich hat die brasilianische Kartellbehörde grünes Licht gegeben. Die Europäische Kommission hat ihre Entscheidung für Anfang April angekündigt.

Bayer wird Geschäft mit Gemüsesaatgut verkaufen

Wichtig im Rahmen der geplanten Übernahme von Monsanto und den damit verbundenen kartellrechtlichen Freigabeverfahren war im vergangenen Jahr die vertragliche Vereinbarung, bestimmte Crop-Science-Geschäfte an BASF zu verkaufen. "Zusätzlich haben wir uns nun auch verpflichtet, unser gesamtes Geschäft mit Gemüsesaatgut zu veräußern. Hinzu kommen können der Verkauf oder die Auslizenzierung bestimmter weiterer Geschäftsaktivitäten von Bayer oder Monsanto", sagte Baumann.

Damit geht Bayer aktiv auf die Hinweise der Kartellbehörden ein. Jegliche Verkäufe beziehungsweise Auslizenzierungen wären von einem erfolgreichen Abschluss der geplanten Übernahme von Monsanto abhängig, welcher weiterhin üblichen Vollzugsbedingungen unterliegt, einschließlich der notwendigen behördlichen Freigaben.

Ein Jahr mit Licht und Schatten

"Operativ war 2017 ein Jahr mit Licht und Schatten", sagte Baumann zum Geschäftsverlauf. Der Umsatz des Bayer-Konzerns erhöhte sich währungs- und portfoliobereinigt um 1,5 (nominal 0,2) Prozent auf 35,02 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 2,9 Prozent auf 5,90 Milliarden Euro.

Darin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 1,23 Milliarden Euro. Diese resultierten im Wesentlichen aus außerplanmäßigen Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte, Aufwendungen in Verbindung mit der geplanten Übernahme von Monsanto, Effizienzsteigerungsprogrammen sowie aus Rückstellungen für Rechtsfälle und rechtliche Risiken.

Umsatz im Agrargeschäft gesunken

Der Umsatz im Agrargeschäft ging währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 9,578 Milliarden Euro zurück, belastet durch das Pflanzenschutzgeschäft in Brasilien. Dort beeinträchtigten unerwartet hohe Lagerbestände im Markt den Absatz. "Wir haben eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um zur Normalisierung dieser Situation beizutragen. So haben wir Pflanzenschutzprodukte von unseren Vertriebspartnern zurückgenommen und Neuverträge mit veränderten Konditionen geschlossen", sagte Baumann. "Wir sehen mittlerweile, dass diese Maßnahmen greifen."

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen fiel im Agrargeschäft um 15,6 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro. Der Rückgang ist insbesondere auf die Situation in Brasilien zurückzuführen, die zu niedrigeren Absatzpreisen und -mengen führte.

Saatgut entwickelt sich positiv

Positiv entwickelte sich der Bereich Saatgut und Pflanzeneigenschaften mit einem Umsatzplus von währungs- und portfoliobereinigt 9,1 Prozent. Einen Rückgang von währungs- und portfoliobereinigt 5,3 Prozent gab es hingegen beim Pflanzenschutz: Überdurchschnittlich viel Umsatz büßten die Fungizide ein sowie die Insektizide.

Monsanto-Übernahme soll Wachstumsschritt bringen

Für 2018 erwartet Bayer auf Basis der Währungskurse zum Jahresende 2017 einen Umsatz von etwa 35 Milliarden Euro. Damit soll er ebenso wie das Ergebnis vor Sondereinflüssen auf Vorjahresniveau bleiben. Für Crop Science geht Bayer von einem Umsatz von über 9,5 Milliarden Euro aus. Dies entspricht einer währungs- und portfoliobereinigten Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Mit der erwarteten Übernahme von Monsanto im 2. Quartal 2018 rechnet Bayer mit einer deutlichen Steigerung des Umsatzes und des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA.

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