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Bayer: Neuer Geschäftsführer Peter Müller wird Stellenabbau umsetzen

Bayer Monsanto
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Karl Bockholt, agrarheute
am
30.11.2018

Nach der Übernahme von Monsanto kämpft der Dax-Konzern an vielen Fronten. Das Geschäft im Pflanzenschutz in Deutschland übernimmt ein neuer Geschäftsführer.

Der Agrarier Dr. Helmut Schramm tritt ab,  der Kaufmann Peter Müller kommt. Der Mittvierziger wird ab Januar 2019 neuer Geschäftsführer von Bayer Crop Science Deutschland. Müller ist seit dem Abitur bei Bayer und war zuletzt Chef der Region Südasien und Indien.

Und das in einer turbulenten Zeit. Der Pharma-, Chemie- und Agrarkonzern in Leverkusen will bis Ende 2021 weltweit rund 12.000 Stellen abbauen, wie agrarheute gestern berichtete - viele davon in Deutschland und viele davon im Agrargeschäft. Insgesamt wäre das fast jeder zehnte Arbeitsplatz des Konzerns.

Sparte Tiergesundheit wird verkauft

Der größte Teil des Stellenabbaus soll nach Medienberichten das Pflanzenschutzgeschäft und die übergreifenden Konzernfunktionen treffen. Das teilte das Unternehmen gestern in Leverkusen mit. Bayer will sich auf das Kerngeschäft mit Pharma und Pflanzenschutz konzentrieren.

Der Personalabbau ist Bestandteil eines Effizienzsteigerungsprogramms, mit dem das Unternehmen Produktivität und Ertragskraft deutlich steigern will. Weitere Bestandteile sind der Verkauf des Geschäfts mit Tiergesundheit, weiter der Marken Coppertone und Dr. Scholl's und die Abgabe des 60-prozentigen Anteils an dem deutschen Dienstleister für den Chemiestandort, Currenta.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2025

Gleichzeitig vereinbarte Bayer mit dem Betriebsrat in Deutschland ein Zukunftssicherungsprogramm, das betriebsbedingte Kündigungen im Personalverbund der Bayer AG in Deutschland bis Ende 2025 grundsätzlich ausschließt. Das teilte Vorstandschef Werner Baumann mit.

Die Effizienz- und Strukturanpassungen sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns steigern. Aus dem gut 50 Mrd. Euro teuren Kauf von Monsanto erwartet die Konzernleitung jährliche Synergien in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro ab 2022.

Einschnitte unabhängig von US-Klagen

Bayer kämpft derzeit gleich an mehreren Fronten. In den USA sieht sich der Konzern nach der Übernahme von Monsanto mit zahlreichen Klagen wegen des Glyphosat konfrontiert. Die Kläger sehen das Unkrautbekämpfungsmittel als krebserregend an und werfen Monsanto vor, nicht ausreichend über die Schädlichkeit informiert zu haben. 

Bayer weist diese Vorwürfe aber entschieden zurück. Doch der Aktienkurs brach nach dem ersten verlorenen Glyphosat-Prozess massiv ein. Auch im wichtigen Pharmageschäft hatte der Konzern zuletzt wenig erfolgversprechende Neuentwicklungen zu vermelden. Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten lief zuletzt schlechter als erhofft.

Mit Material von dpa, BCS

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