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Agrarchemie

Bayer: US-Digitalsparte jetzt auch in Deutschland

Bayer-Forum
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
18.09.2018

Seit vier Wochen sind Bayer und Monsanto ein Unternehmen, heute die erste gemeinsame Präsentation. Das Unternehmen will jetzt auch Deutschland digitalisieren.

Wie kann die weltweite Nahrungsmittelerzeugung zum Vorteil von Landwirten, Verbrauchern und des ganzen Planeten nachhaltiger gestaltet werden? Damit setzt sich heute das Zukunftsforum der Bayer CriopScience AG in Monheim auseinander.

Nach dem Abschluss der Monsanto-Übernahme ist das jährliche Forum die erste große Veranstaltung des Großkonzerns.

Liam Condon, Mitglied des Bayer-Vorstands und Leiter der Division Crop Science benennt die drei großen Herausforderungen weltweit: Klimawandel, begrenzte Ressourcen und das Wachstum der Weltbevölkerung. „Nach unserer Überzeugung ist die Landwirtschaft ein entscheidender Teil der Lösung.“

2 Mrd. Euro – das entspricht 10 Prozent – will Bayer in Forschung und Entwicklung investieren.

Digitaler Dienstleister Bayer

Die Digitalisierung sei einer der Treiber von Innovation, meinte Condon weiter. Sie ermögliche Landwirten völlig neue Sichtweisen auf ihre Felder und liefere ihnen die Daten und Erkenntnisse, die für bessere Entscheidungen erforderlich sind. „Mit leistungsstarken neuen digitalen Werkzeugen und Datenanalytik können wir Landwirten mehr Produktivität und Nachhaltigkeit ermöglichen.“

The Climate Corporation, bislang Monsanto- jetzt Bayer-Tochter, startet jetzt auch in Europa. In diesem Monat soll die digitale Agrarplattform „Climate FieldView“ auch hierzulande erhältlich sein.

Das Tool ist bereits in den USA, Kanada und Brasilien verfügbar und ermöglicht es Landwirten, Felddaten einfach zu erfassen und zu visualisieren und Erträge zu analysieren und zu bewerten. Die Landwirte sollen mit Blick auf Fruchtbarkeit und Aussaat variabler planen und produktiver anbauen können.

Auch Kleinbauern sollen profitieren

Im Projekt „FarmRise“ stellt The Climate Corporation derzeit indischen Kleinbauern agronomische Informationen und Empfehlungen als digitale Werkzeuge zur Verfügung. Sie sollen so ihre Produktivität verbessern. 2019 soll der Service auch in Asien, Afrika und Südamerika verfügbar sein.

Die eigene Digitalsparte Xarvio musste Bayer im Zuge des Monsantokaufs an BASF abgeben, hatte aber einen Lizenzzugang zu Xarvio ausgehandelt. Wie der zur zugekauften Tochter „The Climate Corporation“ passt, muss sich noch zeigen.

Neue Mittel und Sorten

Vayego kommt als neues Blatt- und Bodeninsektizid in Reis, Mais und Zierpflanzen 2019 auf den Markt. Es soll gegen Schadraupen, Käferarten und saugende Schädlinge wirken. Ebenfalls vor der Markteinführung stehen neue schädlingsresistente Sojabohnen- und Baumwollsorten.

Transparenzoffensive

Bayer will auch nach außen mehr Transparenz zeigen: Indem das Unternehmen den Zugang zu sicherheitsrelevanten Pflanzenschutz-Studien ermöglicht, will es vermitteln, wie die Zulassung eines Pflanzenschutzmittels zustande kommt und wie die Sicherheit getestet wird.

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