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Pflanzenschutz

Bayer will gegen Neonikotinoidverbot vorgehen

Biene an Rapsblüte
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Anke Fritz, agrarheute
am
30.07.2018

Ende April hat die EU den Einsatz von Neonikotinoiden verboten. Die Bayer AG kündigt an, dagegen Rechtsmittel einzulegen.

Das letzte Wort beim Verbot der Neonikotinoide durch die EU-Kommission scheint noch nicht gesprochen. Am 27. Juli kündigte die Bayer AG an, gegen die jüngste Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) Rechtsmittel einzulegen. Dieser hatte die Anwendungsbeschränkungen für die Insektizidwirkstoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid im Mai als rechtskonform bestätigt.

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis betonte nach der Entscheidung gegenüber der Deutschen Presseagentur: "Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft". Bis Ende des Jahres soll die Entscheidung in Kraft treten.

Bayer hält das Neonikotinoidverbot für wissenschaftlich unbegründet

Dieses Urteil könnte laut Bayer „über den konkreten Fall hinaus weitreichende Konsequenzen für die Rechtssicherheit in der Europäischen Union erteilter Wirkstoffzulassungen haben“.

Mit dem Rechtsmittel wolle man sicherstellen, dass einige allgemeine Interpretationen des Gerichts zum Pflanzenschutzgesetz überprüft würden, die nach eigener Überzeugung einer rechtlichen Grundlage entbehren, hieß es aus Monheim. Bayer betont aber, den europäischen Gesetzgebungsprozess zu respektieren und auch die jüngste Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten zu akzeptieren, den Einsatz bestimmter Neonikotinoide in der Landwirtschaft stark einzuschränken.

Allerdings hält Bayer diese Beschränkungen für wissenschaftlich unbegründet. Als Konsequenz sei das Dossier zu Clothianidin im Rahmen des laufenden Wiederzulassungsverfahrens zurückgezogen worden.

Mit Material von AgE
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