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Agrarhandel

BayWa wagt in der Corona-Krise keine Ergebnisprognose

BayWa Symbolbild
am Donnerstag, 26.03.2020 - 11:07 (Jetzt kommentieren)

Für 2020 hält der BayWa-Konzern eine seriöse Ergebniseinschätzung für nicht möglich. Grund sind die Auswirkungen der Covid-19 Krise.

Klaus-Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG

„Mit unserem diversifizierten Geschäftsmodell fühlen wir uns angesichts der schwierigen Situation aber gut aufgestellt und sind fest entschlossen, unsere Grundversorgungsfunktion für die Menschen zu erfüllen“, sagte BayWa-Vorstandsvorsitzende Klaus Josef Lutz heute anlässlich der Vorlage der Bilanzkennzahlen für das vergangene Jahr.

Im Geschäftsjahr 2019 stieg der Umsatz der BayWa AG auf 17,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 16,6 Mrd. Euro) an und überschritt damit erstmals die Marke von 17 Mrd. Euro. Auch eine deutliche Ergebnisverbesserung wurde wie geplant erzielt: Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg auf 188,4 Mio. Euro (Vorjahr: 172,4 Mio. Euro). Die Aktionäre können eine Anhebung der Dividende um 5 Cent auf 0,95 Euro pro Aktie erwarten.

„Die positive Entwicklung im Segment Energie hat den größten Anteil an der guten Gesamtentwicklung der BayWa im vergangenen Jahr“, resümierte Lutz. Auch das Obstgeschäft war erfolgreich. Die Technik entwickelte sich laut Unternehmensangaben nach dem Rekordjahr 2018 deutlich besser als erwartet.

Agrarhandel gibt Umsatz und Gewinn ab

Der Agrarhandel blieb insgesamt aber hinter den Erwartungen zurück. Das Segment schloss das Geschäftsjahr 2019 sowohl mit einem leichten Umsatz- als auch einem EBIT-Rückgang ab: Der Umsatz betrug 10,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 11,0 Mrd. Euro). Das EBIT lag bei 96,6 Mio. Euro (Vorjahr: 100,1 Mio. Euro).

Internationale Handelsstreitigkeiten hätten das Ergebnis genauso belastet wie die Trockenheit im Sommer in vielen Regionen Deutschlands. So ging bei den internationalen Handelsaktivitäten das Handelsvolumen mit Getreide und Ölschroten um 1,6 Mio. Tonnen auf 25 Mio. Tonnen zurück. Dies war vor allem auf die Einstellung des Brotgetreidegeschäfts mit dem Iran zurückzuführen. Der Handel mit Sojabohnen wurde erheblich durch die amerikanisch-chinesischen Handelsauseinandersetzungen belastet.

Trockenheit und Düngeverordnung belasten das Geschäft

Dürre Getreide

Das inländische Betriebsmittelgeschäft wurde nach einem guten, frühen Saisonstart durch die einsetzende Trockenheit in vielen deutschen Regionen sowie speziell beim Dünger durch Preissteigerungen und die Auswirkungen der Düngeverordnung teilweise erheblich beeinträchtigt.

Der Handel mit Agrarerzeugnissen entwickelte sich bei der BayWa nach einem guten ersten Quartal in der zweiten Jahreshälfte schwierig: Durch positive Ernteerwartungen und eine gute Versorgungslage sanken die Getreidepreise kontinuierlich und damit auch die Bereitschaft der Landwirte, Getreide abzugeben. Deshalb standen geringere Vermarktungsbestände und schlechtere Margen mit entsprechenden Ergebnisauswirkungen zur Verfügung.

Energiegeschäft glättete die Delle im Agrarhandel

„Vor allem die abermals gestiegenen Ergebnisse im regenerativen Energiegeschäft und bei der klassischen Energie haben dazu geführt, dass die Auswirkungen der schwierigen Marktbedingungen bei Agrar überkompensiert werden konnten“, erläuterte Lutz.

Er wies außerdem darauf hin, dass die Belastungen aus dem zum Jahresende abgeschlossenen Kartellverfahren sowie die damit verbundenen Kosten in diesem Jahresergebnis verarbeitet wurden, ohne die Zielsetzungen 2019 zu gefährden.

Aufsichtsrat verlängert Vertrag von Lutz vorzeitig

Der Aufsichtsrat der BayWa AG hatte Lutz am Vortag einstimmig für eine erneute Amtszeit bis 2025 bestellt. Damit wurde sein bis zum 31. Juli 2022 laufender Vertrag vorzeitig bis zum 31. März 2025 verlängert. Der gebürtige Münchner und studierte Jurist führt Deutschlands größten Agrarhandelskonzern seit 2008.

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